20. Februar 2025

 m3wg Kurzgeschichten macht PAUSE

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10. Juni 2019

Frühlingsblumen - Pistole - Überdruckventil / von Knurrbär

Es wurden verschiedenste Stichworte / Keywords auf kleine Zettel geschrieben. in einem Auswahlverfahren blieben die 3 stehen und waren Basis, eine Geschichte zu schreiben.



Warum denke ich bloss an Frühlingsblumen fragte sich Klaus. Ich nenne ihn hier mal Klaus. Erstens weil Klaus ein geläufiger Name war, zu seiner Zeit und zweitens weil sein richtiger Name an dieser Stelle keine Rolle spielen soll. Spielen darf.
Tulpen, Primeln, Stiefmütterchen, Narzissen und wie sie alle heissen mögen ... dachte sich Klaus. Aber immer bevor er eine schreckliche Tat plante und danach - wenn die Zeit dann reif dazu war -  Schritt für Schritt durchführte, immer dann dachte er auch an etwas sich nicht ganz ins Bild einfügende und passende. Er brauchte diese Art von Farbklecksern. Es war ein Ausbrechen aus dem Plan des Schreckens und Unausweichlichen. Es war diese seine Art Versöhnung mit dem immer noch nach Harmonie, Glück und Zufriedenheit strebenden kleinen Resten in ihm drin.
Frühlingsblumen lächelten irgendwie - dachte er und lächelte ein wenig zurück. Verlegen, scheu und sehr zurückhaltend. Man darf diese Blumen nicht erschrecken. Sie waren so zart und unschuldig - genau so wie auch seine Opfer es jeweils waren.
Die Vögel sangen und zwitscherten und störten seine Gedanken ein wenig. Denn er wollte Ruhe haben bevor er zur Tat schritt. Sie war ihm wichtig - diese Ruhe. Es war nicht Gelassenheit nach der er strebte. Bei Gott - oh nein. Es war einfach nur Ruhe und diese Ruhe, die viele Menschen als das etwas vor dem Sturm zu bezeichnen taten, weil sie das so mal gelesen hatten und nun gescheit daher reden wollten. Aber dabei hatten sie ja keine Ahnung. Keine Ahnung von dem, was ihm in diesen letzten paar Minuten vor der Tat durch den Kopf wanderte. Es waren diese paar Gedanken und Bilder, die da an ihm vorbei spazierten und sich nach ihm umzuschauen schienen.

Seine innere Spannung stieg sukzessive mit jedem tiefen Atemzug, den er nahm. Es war so, als müsste gerade jetzt und an dieser Stelle ein Überdruckventil die ihm zugedachte Aufgabe übernehmen. Aber es war nicht da, dieses Überdruckventil. Statt dessen griff er zur Pistole. Es war da noch dieses ganz kleine Zögern, das aber mit dem neuerlichen tiefen Atemzug auch gleich wieder verschwand. Sie knarrte leise aber dennoch bestimmt, die Türe zum Kanienchenstall, als er sie sachte öffnete …




Frühlingsblumen – Pistole – Ueberdruckventil / von Zebramanguste

Es wurden verschiedenste Stichworte / Keywords auf kleine Zettel geschrieben. in einem Auswahlverfahren blieben die 3 stehen und waren Basis, eine Geschichte zu schreiben.


Jaja, ich höre sie schon, die Stimmen, die über mich, über meine grenzenlose Dummheit lachen, sich die Bäuche halten vor Lachen und prustend mit ausgestreckten Fingern auf mich zeigen würden, wenn sie den könnten. 
Hier meine Geschichte, ungefiltert und ehrlich, wie sich dies gehört:
Angefangen hat es damit, dass ich, ein kleiner, eher unscheinbarer Privatdetektiv eines Tages auf ein kleines Inserat im amtlichen Stadtanzeiger aufmerksam geworden war: «Gesucht Person, die Dinge finden kann. Bitte melden unter Chiffre 0815. Es eilt.» Da ich gerade nicht sehr viel zu tun hatte, antwortete ich auf das Inserat und erhielt tags darauf eine Natelnummer. Die Stimme, die sich daraufhin meldete, tönte nicht unsympathisch und teilte mir mit, dass sie, 2 Freunde nicht mehr sehr mobil seien und deshalb nicht selbst auf die Suche nach drei dringend gesuchten Gegenständen gehen könnten.
Folgende 3 Dinge nannte der Typ am Telefon:
1. Frühlingblumen – 2. eine Pistole und 3. ein Ueberdruckventil (kein Unterdruckventil)!
24 Stunden Zeit hätte ich für die Suche, meinte die Stimme am andern Ende der Natelleitung. Das Ganze kam mir schon sehr komisch vor, vor allem weil es Herbst war und daher nicht die Jahreszeit für Frühlingsblumen.
Auf meine Frage nach dem Salär, erhielt ich eine ausweichende Antwort ‘es werde sich für mich schon lohnen und ich solle mich innert der vereinbarten Zeit wieder über diese Nummer melden`. 
Ich machte mich also auf die Suche nach den drei gesuchten Dingen.
Frühlingsblumen – importiert aus Südafrika - fand ich im Blumenladen um die Ecke… für über dreissig Franken.
Die Pistole – ein sehr echt aussehendes Modell – erstand ich in einem Spielzeuggeschäft (im Auftrag war keine Rede davon, dass die Pistole echt sein und funktionieren müsse).
Für das Ueberdruckventil habe ich fast 2 Stunden in einem Baumarkt verbracht, weil der übereifrige Verkäufer einfach nicht glauben konnte, dass der Durchmesser und weitere Details unwichtig sind… einfach irgendein Ueberdruckventil – auf jeden Fall kein Unterdruckventil - musste es sein.  
Am Abend habe ich ein SMS an die Natelnummer versandt und darin mitgeteilt, dass ich alle gesuchten zusammen hätte, wo ich sie abliefern könne und wie es mit dem Salär aussehen würde.
Die Antwort kam kurz darauf – ebenfalls per SMS:
«Salär: 1 quergestreifte, grün-violette Regenbogencloudwolke, 2 silbergraue, durchsichtige und vierkantige Regentropfen und 3 doppelstromförmige Windsicherungsquerschnittschrauben. In der Zwischenzeit haben wir andere Gegenstände ausgesucht und benötigen daher die Blumen, die Pistole und das Ueberdruckventil nicht mehr. Einen schönen Abend wünschen wir Ihnen. Freundliche Grüsse». Ein sofortiger Rückruf ergab – «Kein Anschluss unter dieser Nummer»! 
Die Suche nach den beiden Witzbolden ist im Sand verlaufen. Gemäss Aussage der Natelbetreiberfirma ist die eingesetzte SIM-Karte gekauft worden, als beim Kauf noch keine detaillierten Angaben gemacht werden mussten. Eine eingehende Suche, so der Angestellte ironisch lächelnd, sei unter der den gegebenen Umständen nicht möglich. 





9. März 2019

50 Fragen von Zebramanguste

Das Thema war bestimmt. Das Thema war herausfordernd. Vielleicht gar schwierig. Die Ergebnisse liegen vor ... so und nicht anders.


Fragen, Fragen… 50 Fragen auf einmal, spontan und wild durcheinander
Warum sind Wolken nicht einfach „Wolken“, warum haben sie so unterschiedliche Formen und manchmal auch Farben?

Warum sieht eine Wolken meist wie Watte aus, auf der man sich wunderbar hinlegen und sich ausruhen kann?

Warum wird Aids, gemäss langjährigen Studien, nicht auch durch Mücken übertragen, obwohl via Stachel Blut mit Blut in Berührung kommt?

Wie würde unser Leben heute aussehen, wenn es keine Zeit, keine Kalender, keine klaren, täglichen Strukturen gäbe?

Wie hat die Umgebung von der Stadt Bern um 1350 wohl ausgesehen, wenn man auf der Anhöhe stand, die heute Grosse Schanze heisst und den Angriff des Feindes aus der Richtung Grauholz erwartete?

Warum läuft das Leben nicht umgekehrt; beginnt mit dem Tod und endet mit der lustvollen Zeugung?

Warum dreht uns unser Trabant, der Mond, immer die gleiche Seite zu, obwohl auch er eine Kugel ist; warum gibt es also eine „Dark side of the moon“?

Haben menschenähnliche Tiere, zB Schimpansen Humor?

Warum ist „Zeit“ so schwer fassbar und auch im weitesten Sinn nicht zu begreifen, fassbar?

Warum heisst der Abendstern «Abendstern» und der Morgenstern «Morgenstern»?
… und warum ist der Morgenstern auch der Abendstern?

Heissen Teigwaren «Teigwaren» weil sie mal Teig waren?

Kann es sein, dass ein Wintereinbruch strafbar ist?

Warum sind Vogelscheuchen zu gefühlten 90 % männlich?

Können Schwule auch lesbisch sein?

Kann ein Glatzkopf auch eine Glücksträhne haben?

Gibt es auf jede, wirklich jede – auch extrem dumme Frage - eine passende Antwort.?

Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben?

Die klassische Frage: Huhn oder Ei, wer zuerst da?

Warum gibt es kein Rückgeld, wenn ein Taxi rückwärts fährt?

Können Tiere denken; wenn ja welche Tiere sind es?
Wenn diese Tiere denken, was denken sie denn?

Warum können Zitronenfalter keine Zitronen falten?
… und wenn Zitronenfalter Zitronen falten könnten; was bringt es?

Warum gibt es in Teefabriken Kaffeepausen?

Hatte Noah auch Fische an Bord auf der Arche?

Kann eine Hautcreme die einen 20 Jahre jünger aussehen lässt für unter 19 Jährige tödlich sein?

Aus was entsteht Luft?

Gibt es Katzenfutter mit Meisengeschmack?

Ein belegtes Brot fällt immer auf die belegte Seite… eine Katze landet immer auf den Pfoten. Was passiert wenn man einer Katze ein belegtes Brot auf den Rücken bindet?

Wie und warum kam es zum Urknall ausgelöst?

Aus welchem Material ist eine gusseiserne Pfanne?

Aus welchem Material ist eine Spielzeugholzeisenbahn?

Und warum heisst eine Grünfläche immer noch Grünfläche, wenn es 4 Wochen nicht geregnet hat?

Warum kann es (k)ein Fehler sein, wenn man ein Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?

Welches Wesen hat Hühneraugen am Kopf?

Gibt es ein anderes Wort für Synonym?

Warum wandern nur Wanderdünen und wohin?

Warum sind Klaviertasten schwarz und weiss und nicht rot und blau?

Warum ist wolkenloser Himmel blau und nicht grün?

Läuft 30 Grad Wäsche ein, wenn ich sie im Sommer bei 40 Grad nass schwitze?

Wenn ein Forscher sich ein Sandwich macht, ist es dann wissenschaftlich belegt?

Spricht man, wenn ich Buchstabensuppe auskotze, von gebrochenem Deutsch?

Können taube Menschen ihre eigenen Gedanken hören?

Wer kann beweisen dass die Farbe schwarz wirklich schwarz wie die Nacht oder noch dunkler ist?

Warum gibt es Linke, die Rechtshänder und Rechte, die Linkshänder sind?

Warum kommen Esel schon grauhaarige auf die Welt?

Ist jemand, der sich sein eigenes Brot backt, ein Eigenbrötler?

Ist es wirklich erlaubt, eine Tagesdecke auch in der Nacht zu benutzen?

Warum wird ein knurrender Magen niemals beissen?

Warum hat ein Boxring 4 Ecken?

Wer ist auf die bescheuerte Idee gekommen 50 Fragen aufzuschreiben?
… und warum hat Niemand bemerkt, dass es mehr als 50 Fragen sind?

50 Fragen von Knurrbär

Das Thema war bestimmt. Das Thema war herausfordernd. Vielleicht gar schwierig. Die Ergebnisse liegen vor ... so und nicht anders.

50 Fragen

Erster Akt. Stürmisch, aufbrausend, kontrovers, nervig

  • Warum hassen Weisse Schwarze ?
  • Warum hassen Schwarze Weisse ?
  • Warum hassen Fleischfresser Vegetarier ?
  • Warum hassen Vegetarier Fleischfresser ?
  • Warum hassen Hunde Katzen ?
  • Warum hassen Katzen Hunde ?
  • Warum hassen Rapper Schlagerstars ?
  • Warum hassen Schlagerstars Rapper ?
  • Warum hast Du Dich bei vielleicht oder mindestens 50 % der obigen Fragen aufgeregt oder gar veritabel genervt ?
  • Warum hast Du nicht gemerkt, dass das ja bloss simple Fragen und keine Antworten sind ?
  • Zusatzfrage: War die Reihenfolge jeweils richtig oder falsch ?

Zweiter Akt. versöhnlicher, immer eine Wahl gebend

  • Machst Du lieber Pilates oder Yoga ?
  • Trinkst Du lieber Wein oder Wein ? lieber den roten ?
  • Magst Du die Leber gut durchgebraten oder eher noch ein wenig roh ?
  • Magst du lieber farbige Fotos oder Farbfotos ?
  • Denkst Du lieber an Träume oder träumst Du lieber vom Denken ?
  • Schaust Du lieber fern oder schläftst Du lieber fern ? Fern oder ganz fern ?
  • An was denkst Du wenn Du wanderst ?
  • Denkst Du dann in der Vergangenheit oder denkst Du in die Zukunft ?
  • Warum hast Du die letzten zwei Frage beantwortet, auch wenn Du Wandern gar nicht magst ?
  • Warum denkst Du dass ich weiss dass Du wandern nicht magst ?
  • Zusatzfrage: Trinkst Du Wein vor oder nach dem Pilates oder Yoga ? Oder doch lieber Wein ?

Dritter Akt. gut durchgerüttelt statt geschüttelt

  • Wenn Du eine schöne Frau siehst, an was denkst Du nicht ?
  • Wenn Du einen schönen Mann siehst, an was denkst Du nicht ?
  • Ist es möglich, dass Du gar keine schönen Menschen siehst ?
  • Falls es schöne Menschen gäbe, würdest Du sie sehen ?
  • Wie viel Mensch erträgt die Welt ?
  • An was denkst Du jetzt gerade nach dem Lesen der vorigen Frage ?
  • Wäre die Erde Menschenleer, wer würde dann denken ?
  • Mit welchem Tier würdest Du am liebsten auf eine einsame Insel gehen ?
  • Welches Nahrungsmittel würdest Du mitnehmen und teilen ?
  • Welche Insel möchte Dich und das Tier und das Nahrungsmittel aufnehmen ?
  • Zusatzfrage: Wäre es möglich, dass Du doch lieber Zimmer-Pflanzen magst ?

Vierter Akt. Nachdenklich

  • Ist es vielleicht möglich, dass Du die obigen 35 Frage so richtig Scheisse findest und trotzdem weitergelesen hast ?

Fünfter Akt. Beschwingt, bewegt


  • Weisst du warum Du nicht nachgezählt hast, ob das tatsächlich 35 Fragen waren ?
  • Liebst Du es, an Wettbewerben mitzumachen, obwohl Du nie etwas gewinnst ?
  • In welcher Netflix-Serie würdest Du niemals mitspielen, auch wenn es speziell für Dich eine weitere Staffel geben würde ?
  • Warum finden einige Menschen Drehorgeln zum Durchdrehen ?
  • Warum glaubst Du immer noch ans Märchen von den gleich langen Spiessen ?
  • Stimmt die Aussage: einmal Spiesser immer spiessig ?
  • Warum liest Du Zeitungsberichte über den neuen Freund von einer Frau Fischer, obwohl Du gar keinen Fisch magst ?
  • Falls Du lieber Pilates oder Yoga magst, mit wem würdest Du nie dahin gehen ?
  • Falls Du lieber die Beatles statt die Rolling Stones magst dann sag mal welches Lied der Pink Floyd du lieber magst ?
  • Falls du Fussballstar wärst für welche Mannschaft würdest Du spielen ?
  • Und wenn Du eine Frau und Fussballstar wärst ?
  • Warum musstest Du so lange studieren, für welche Mannschaft Du als Frau spielen würdest ?
  • Magst Du lieber Tennis oder Mini-Golf ?
  • Denkst Du dass das gute Menschen sind, die sich die Zeit nehmen, fünfzig bekloppte Fragen zu lesen … und auch zu beantwortet … rein innerlich und ganz privat natürlich ?

22. Oktober 2018

Zukunft von Knurrbär -> Zebramanguste

Vorgehen: Knurrbär schreibt ersten Teil der Geschichte, sendet dies Zebramanguste zu und dieser ergänzt mit Teil-2 der Geschichte

[Knurrbär - Teil-1]


Klaus grübelte wieder mal vor sich hin. Er grübelt häufig in den letzten Tagen und hängt einfach so seinen Gedanken nach – so scheint es zu sein – wenigstens für Aussenstehende.  
Die sollen doch einfach ihren Kopf schütteln denkt Klaus. Er ist leicht säuerlich und vor allem darüber, dass so einige offenbar einfach viel zu viel mit ihm beschäftigt sind in ihren Gedanken und ihrem Handeln. Haben nichts anderes. Vermutlich.
Warum interessieren sich die für mich, wenn sie sich doch eigentlich gar nicht für mich interessieren. Ist ja wie jemand der sich kratzt wenn’s gar nicht juckt. Irgendwie.
Und warum interessiere ich mich für solche die sich für mich interessieren. Zwingen einem ja ganz banal ihren Willen auf, sich um Dinge zu tun die nicht getan werden müssten.
Wir lassen Klaus nun ein paar Tage grübeln. Denn auch Klaus will zwischendurch seine Auszeit, wo er ungestört grübeln kann ohne Störung und Zwischenrufe.
Klaus grübelt wieder mal vor sich hin. Er grübelt häufig in den letzten Tagen und hängt so seinen Gedanken nach.
In Zukunft – denkt Klaus – in Zukunft heisse ich Karl und dann wird alles anders. Vielleicht ein wenig besser als jetzt. Oder halt nur ein bisschen anders eben. Schon in der Jugendzeit hatte man ihm das mit der Zukunft erklärt und immer wieder gemeint, dass die auch für ihn doch nur gut sein könne. Er müsse eben nur wollen, das sei es.

[Zebramanguste - Teil-2]


Ja, Karl ist ein guter Name mit dem ich meine Zukunft, meine mir erklärte gute Zukunft und ab sofort beginnen will.
Als Klaus hatte ich gute, sehr gute Zeiten erlebt aber auch abgrundtief schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich heute darüber nachdenke, war ich immer selbst verantwortlich, für gute und auch für die weniger guten Zeiten. Und, dass sich Einige für mich interessierten (und wahrscheinlich noch immer interessieren) hängt mit dem Status zusammen, den ich als Klaus hatte: ich war ein Star, ein Fussballstar, der sich irgendwann mit den Umständen hier nicht mehr abfinden konnte und das Weite suchte… Italien, Frankreich, England und schliesslich die USA. In all den Ländern habe ich gespielt. Mal genial, mal durchschnittlich und in England einfach schlecht. Ja, es kam immer auf mein Umfeld an: Gutes Umfeld = guter bis genialer Klaus; schlechtes Umfeld = durchschnittlicher bis schlechter Klaus. Ich kann immer noch nicht wirklich nachvollziehen, wie viel die Vereine damals für mich zahlten und wieviel Salär ich bekommen habe. «Wie gewonnen so zerronnen» heisst es. Bei mir war es nicht anders; was herein kam musste rasch wieder unter die Leute gebracht werden. Aber….
Stop, stopp stopp, ich wollte mir doch Gedanken über meine Zukunft machen und nicht in meiner Vergangenheit herumstochern.
Also konkret, meine Zukunft, Karls Zukunft ist nicht wirklich rosig, aber scheint doch irgendwie gesicherter zu sein als auch schon! Der ehemalige Fussballstar Klaus hat von einem nicht ganz unbedeutenden Verein ein Angebot als Spielertrainer bekommen. Dieser Verein hat, wie ich selbst, seine allerbesten Zeiten hinter sich und gilt in gut unterrichteten Kreisen als «Gnadenhof für alternde Fussballstars»!
Heute, um kurz nach zwei Uhr nachmittags habe ich mich entschieden: Ich werde in sehr naher Zukunft die Spieler dieses Vereins trainieren… und bei Bedarf selbst in die Hosen steigen und mittun, vorne Tor schiessen, in der Mitte Tor vorbereiten und hinten Tore verhindern. Stichwort «verhindern»: Sport wird in Zukunft verhindern, dass Ich mir zu viele Gedanken mache und mich nicht mehr frage, warum ich mich für Jene interessiere, die sich für mich interessieren oder mich kratze, wenn es gar nicht juckt!  Oder so!!


Sound-Track zu dieser Geschichte  /  Montrose - Space Station #5
https://www.youtube.com/watch?v=yxUgW5CLk18






Zukunft von Zebramanguste -> Knurrbär

Vorgehen: Zebramanguste schreibt ersten Teil der Geschichte, sendet dies Knurrbär zu und dieser ergänzt mit Teil-2 der Geschichte

[Zebramanguste - Teil-1]

Liebes Tagebuch
Heute ist wieder ganz viel passiert.
Am frühen Morgen habe ich festgestellt, dass es vor dem Fenster zwar noch nass ist, aber nicht mehr regnet. ÄHH…
Es ist zum wahnsinnig werden… bevor ich mich hinter diese Tastatur gesetzt habe, wusste ich ganz genau, was ich heute schriftlich festhalten, meinem Tagebuch anvertrauen will, was mir wichtig war und auch jetzt, wenige Stunden später, noch immer ist.
Wer hat Schreibblockaden erfunden? - war gar keine gute Idee; sollte dringend wieder ab-geschafft werden!
Der Blick auf den leeren Bildschirm macht mich wahnsinnig. Das höhnische Blinken des Mauszeigers ruft zerstörerische Racheakte gegen den Bildschirm in mir wach.  
Ich lenke mich gedanklich ab und meine Gedanken in eine kreative Richtung:
Toll, wenn ich jetzt auf „Rewind“ drücken und dort stoppen könnte wo meine vormaligen, interessanten Gedanken im Hirn eingelagert sind, um sie dort, genau dort, wieder abzurufen, abzuholen. Einfach so all die vielen guten Ideen, Gedanken und Sätze wieder abholen, und Wort für Wort genauso wiedergeben. Das ist Zukunftsmusik, wird so wahrscheinlich wohl nie realisiert…
Toll, wenn ich jetzt auf „Rewind“ drücken und dort stoppen könnte wo meine vormaligen, interessanten Gedanken im Hirn eingelagert sind, um sie dort, genau dort, wieder abzurufen, abzuholen. Einfach so all die vielen guten Ideen, Gedanken und Sätze wieder abholen, und Wort für Wort genauso wiedergeben. Das ist Zukunftsmusik, wird so wahrscheinlich wohl nie realisiert…
Entsetzt wende ich mich vom Bildschirm ab, flüchte in die hinterste Ecke meiner Wohnung und realisiere was geschehen ist: Meine Gedanken, Wort für Wort, genau wie ich sie gedacht habe, sind ohne, dass ich meine Tastatur berührt habe, auf dem Bildschirm er-schienen. Erster Gedanke: Eigentlich ganz toll! Zweiter Gedanke und Frage: Aber wer kontrolliert diese meine Gedanken und bringt den Bildschirm dazu genau diese gedachten Worte erscheinen zu lassen?
Fazit: Brrrr macht mir Angst, was Alles noch auf uns zuzukommen kann.
„Vorbei, vorbei mit Gedanken sind frei“ = ungefähr Digitalisierung 7.0 oder 8.0!!

[Knurrbär - Teil-2]

Doktor Karl Lippenbart kraulte sich am Kinn als er diesen Bericht des Studenten Ambach las, der diese Traumuntersuchungen in der Abteilung C begleitete und dokumentierte. Rasch blätterte er weiter und überprüfte die aktuelle Medikamentenliste und danach die bisher bekannten Forschungsergebnisse zum neuen Test-Medikament „suggerĕre vitale SV-1 60mg“. Nichts deutete darauf hin, dass Unverträglichkeiten eine Überreaktion gewisser Hirnfunktionen auslösen könnten. Auch war nicht vermerkt, dass es zur Anhäufung gewisser Traumarten führen konnte. Patient „Julian IV“ – wie er anonymisiert genannt wurde – blieb Durchschnitt, nicht mehr und nicht weniger. Es war dennoch ziemlich sonderbar, dass einer der Patienten so oft und so intensiv und wiederholt von der Vergangenheit träumte und ihm diese als Zukunft erschien.
Er entschloss sich, sich nicht mehr allzu intensiv mit dieser Abnormität zu befassen und wendete sich der Planung des Wochenendes mit seiner Familie zu. Kimi liebte dieses Weltraum-Freestyle-Bungee-Fliegen. Es war nicht ganz ohne Risiken, sich ohne Verbindung zur Space-Station-5 frei im Raum zu bewegen. Die Hilfsraketen waren performant und Kimi war noch jung und übermütig. Und dennoch: raus aus der Kapsel an die frische Luft, wie Kimis Grossmutter jeweils ironisch zu sagen pflegte, sie, die die Erde noch kannte als man der Erde noch Erde sagen durfte und nicht ausgetrockneter Krümelhaufen oder so ähnlich. Und damals, als die Erdmenschen meinten, die Luft sei frisch.
Er flüsterte der Medikamenten-Verteil-Maschine rasch den Befehl zu, die Dosis beim Julian schrittweise zuerst um 50 % und dann jeden Tag um 10 % mehr zu erhöhen. Er hasste es, sich mit solchen Sonderlingen abgeben zu müssen. Sie verlangsamten die Zulassungstests von neuen Medikamenten. Die Firma sah dem nicht gerne zu lange zu. Schon mancher sass dann plötzlich selber in einer Patientenkammer, wenn er die Erwartungen nicht mehr erfüllen konnte. Und Kimi brauchte jetzt noch einen Vater, er war doch erst 53 Jahre jung. Viel zu früh um selbstständig zu sein. Von weit her hörte es das Donnern vom Aufprall der Weltraum-Müll-Elemente auf Hülle ihrer Station. Und heute Abend hatte die Regierung einen Filmabend mit „Filmen von früher“ geplant. Die blaue Lagune. War obligatorisch, dort zu erscheinen. Es mochte diese Natur- und Tierfilme nicht. Er bevorzugte es, Rennautos aus früheren Zeiten zu zu schauen, wie sie ihre Runden drehten. Das beruhigte.
Er verliess den Raum, die Türe schloss sich mit leisem Geräusch und er machte sich auf den Weg, Kimi aus der Spielgruppe abzuholen. Heute war dort angesagt: Streichelzoo mit Fellresten aus vergangenen Zeiten. War Kimis Favoritenthema.


24. Juni 2018

Die Türe - von Knurrbär

Schon als kleiner Junge hatte er diese eine Türe im Haus ganz oben im 2.Stock nie öffnen dürfen. Vieles war erlaubt gewesen, manches war erwünscht gewesen. Aber diese eine Türe mit ihren zwei kleinen Milchglasscheibchen und dem geblumten Vorhang davor war eine Grenze, die niemals hatte überschritten werden dürfen. Eine Begründung gab es keine. Es war halt einfach so und basta. Gewagt hätte er es eh nicht. Das wäre ein Verstoss gegen etwas riesen grosses ohne Namen gewesen.
So vergingen seine Kindheit, seine Jugend, die Phase der Pubertät und sein Heranreifen zum jungen Mann ohne dass die Türe auch je wieder einmal ein Hauch von einem Thema hätte sein sollen.

Er kehrte oft zurück in jenes Haus, jetzt auch mit seiner Frau und dem niedlichen dreijährigen Jungen. Eigentlich fühlte er sich ganz wohl in diesem Haus, im Erdgeschoss und ersten Stockwerk jedenfalls. Es gab viele Erinnerungen an seine Kinder– und Jugendzeit. Vieles hatte sich auch gar nicht gross verändert in all diesen Jahren. Sogar einige Düfte waren ihm immer noch vertraut und mit vielen grösstenteils schönen Erinnerungen verbunden.

Aber dann kam der Tag, an dem er seinen Eltern versprochen hatte, die Katze für 3 Tage zu füttern, weil sie sich ein paar Tage Wellness für Leib und Seele gönnen wollten.

Es war später Nachmittag und ging wohl eher schon gegen Abend zu als er die Haustüre öffnete, nachdem er den Briefkasten geleert hatte. 

Auf sein Zurufen kam ihm der 15 jährige Kater nicht sofort entgegengerannt, wie das sonst üblich war. Nichts bewegte sich und kein Laut war zu hören, ausgenommen die leisen Geräusche von der Strasse.

Er wusste, dass der Kater bei Abwesenheit seiner Eltern nicht nach draussen durfte und konnte. Also blieb ihm nichts anderes übrig als zuerst die Zimmer im Erdgeschoss und dann diejenigen im ersten Stock zu erkunden. Der Kater kam nicht zum Vorschein und schien auch nicht gewillt zu sein, auf seine schnalzenden Geräusche und das leise bekannte Händeklatschen zu reagieren. Tim war wie vom Erdboden verschluckt. Aber es blieb ja noch der zweite Stock mit den zwei Zimmern, respektive den zwei Türen.

Die ihm bekannte erste Türe öffnete sich wie immer. Nicht abgeschlossen wie immer. Eine riesengrosse Unordnung wie immer - aber eben kein Kater weit und breit.

Seine Hand zitterte, als er den Türgriff der zweiten Türe in der Hand hielt. Zum ersten mal in seinem ganzen Leben. Sollte er wirklich öffnen. Der Kater konnte doch unmöglich dahinter versteckt sein, wie sollte er denn bloss die Tür geöffnet und wieder verschlossen haben.

Sie liess sich gut öffnen, leistete keinen Widerstand. Zudem war kein Geräusch und kein Knarren zu vernehmen.

Er sah einen Raum, der grösser war als der grösste Raum den er je gesehen hatte. Grösser als die Höhlen in Spanien und grösser als der Dom in Mailand. Dunkel war’s in diesem Raum. Dennoch wagte er einen ersten Schritt in Richtung dieses Unfassbaren. Plötzlich erhellte eine kleine Lampe ein Pult, welches zirka 20 bis 30 Meter von ihm weg war. Er ging diesen Weg und war getrieben von Neugier, gepaart von einer unbeschreiblichen Angst. Auf dem Pult fand er einen Zettel auf welchem stand: Willkommen im Land von „Gesichtsbuch 7.0“. Du kannst deinen weiteren Weg wählen:
-1- du bist der Typ Angsthase, willst Mitglied sein und behauptest, dass du das nur machst, weil deine Kids ja auch drin sind. Dabei bist du einfach nur ein Voyeur, einer der schauen will, was andere tun ohne auch nur das kleinste von sich selber preiszugeben
-2- du bist der Typ Pionier, bist Mitglied und teilst Dinge mit Menschen, die sie gar nicht interessieren und die sie gar nie wissen wollen. Weder jetzt noch in Zukunft. Nur die Organisation freut sich über deine Bereitschaft alles preiszugeben, was dein unbedeutendes Leben überhaupt preisgeben kann. Aber viel mal unbedeutend wird auch mal grösser und ist auf dem Weg, einen gewissen Sinn zu ergeben.
! WÄHLE JETZT !

Er konnte den Duft von frischem Filzstift noch riechen.
Ohne genau zu wissen was geschah und was die Konsequenzen seiner Entscheiung sein könnten wurde er getrieben vom Drang zu handeln. Er handete und wählte -1-. Ein zartes blaues Licht erleuchtete mit zunehmender Intensität den gesamten Raum. Ganz weit hinten auf einem Berg sah er einen Mann der zuckerte, mit breitem Grinsen in spitzbübischem Gesicht und einem 600 Dollar teuren T-Shirt, das so aussehen sollte, als hätte er es seit seiner Zeit als Stundent nicht mehr gewaschen.

Dann sah er die Katze, welche mit erhobenem Schwanz in der Linie der Pioniere ganz hinten in der Reihe stand und ihm zuzuzwinkern schien. Danach sah er nichts mehr, sondern er roch diesen Veilchen-Heu-Zitronen Duft der ihn an seinen letzten Urlaub erinnerte und wusste, dass ein langer Weg vor ihm lag und dass das erst der Anfang von etwas war. Von etwas, das durch ein Nichtöffnen dieser einen Türe hätte verhindert werden können. In seinem Innenohr vernahm er von Ferne eine ihm bekannte Melodie aus vergangenen Zeiten. Er fragte sich noch, ob er Katzen überhaupt mochte.

Melodie: https://www.youtube.com/watch?v=LanCLS_hIo4
Foto-Serie: WinDoors - Fenster - Türen - Tore    hier

siehe auch: https://m3wg.blogspot.com/2018/06/die-ture-von-zebramanguste.html



Die Türe - von Zebramanguste

Die Türe öffnet sich...
Sie: «Ich zähle jetzt von zehn bis null rückwärts – zehn – neun - acht... und Sie werden langsam müde, die Glieder, Arme und Beine, werden schwer – sieben – sechs – fünf... auf den Augenlidern scheint Blei zu haften – vier – drei... Sie sind sehr müde und zugleich hellwach – zwei – eins – null.
Sie befinden sich in einem von Fackeln erhellten Gang. Vor Ihnen führt links eine Treppe hoch und rechts eine Treppe hinunter. Welche Treppe wählen Sie, wo soll es hingehen?»
Er: «Ich möchte die Treppe hochsteigen...».
Sie: «Gut, dann gehen Sie links und steigen Sie die Treppe hoch, Stufe um Stufe um Stufe um Stufe... bis zum Ende der Stufen. Sagen Sie mir, wenn Sie oben angekommen sind und was Sie dort sehen?»
Er: « Links hat es ein grosses, bodenlanges Fenster... es führt auf einen kleinen Balkon. In der Mitte führt ein Korridor zuerst etwa zehn Meter geradeaus und verschwindet nach einer Linkskurve aus dem Blickfeld. Rechts sehe ich eine grosse, schwere Holztüre mit eisernen Beschlägen und einer kunstvoll gestalteten Türfalle.»
Sie: «Geht es Ihnen gut? Was empfinden Sie? Was möchten Sie tun?»
Er: «Ja, mir geht es gut... und ich empfinde Neugierde! Ich möchte versuchen ob ich die grosse, schwere Holztüre öffnen kann, ob sie sich öffnen lässt?»
Sie: «Gut, versuchen Sie die Türe zu öffnen»
Er: (nach kurzer Pause) «... die Falle lässt sich herunterdrücken, aber die Türe geht nicht auf; sie ist verschlossen! Aber ich sehe oben rechts am Türrahmen einen grossen Schlüssel an einem dicken Nagel hängen.» (ächzt kurz) «Ich habe den Schlüssel vom Nagel genommen, habe ihn in der Hand und werde versuchen, ob er ins Türschloss passt.» (kurze Pause) «Ja, der Schlüssel passt, lässt sich drehen. Darf ich die Türe öffnen? Ich möchte gerne wissen, was sich hinter der Türe befindet.»
Sie: «Ja, wenn Sie das Gefühl haben, dass es das Richtige ist... tun Sie es.»
Er: «Ich drehe den Schlüssel im Schloss und drücke gleichzeitig auf die Türfalle..., die Türe geht auf, ich drücke am grossen, schweren Türblatt. Ich stehe in einem mittelgrossen Raum mit tiefen Decken, höchstens 170 cm sind es vom Boden bis zur Decke... ich muss mich leicht bücken, sonst stosse ich mit meinen Kopf an die Decke.»
Sie: «Kommt Ihnen etwas in diesem Raum bekannt vor, erinnert Sie etwas im Raum an bestimmte Erlebnisse?»
Er wälzt sich unruhig auf der Liege, die Augenlider flattern. Mit den Händen macht er suchende Bewegungen und reibt gleichzeitig nervös Fuss gegen Fuss.
Er: «Ja, ich bin mir sicher, ganz sicher, dass ich in diesem Raum schon einmal war, dass in diesem Raum Etwas, für mich Etwas ganz Entscheidendes passiert ist – vor vielen Jahren!»
Die Stimme ändert sich während er diese Worte ausspricht sehr stark... jetzt tönt sie erst flüsternd, dann glucksend und die letzten 3 Worte haben etwas extrem Lustiges und Erheiterndes. Die Stimme tönt als hätte er Helium eingeatmet.
Sie erschrickt über diese massive Veränderung der Stimme; noch nie während einer durch sie geleiteten Rückführung war so etwas passiert. Noch nie war so viel Heiterkeit und Freude so real zu spüren, zu hören und jetzt zu sehen.
Er: (mit hoher Heliumstimme) «Sie kommen, in ihren komischen Gewändern von allen Seiten auf mich zu. Sie grinsen verschwörerisch..., sie sind über mir und beginnen....».
« Aus Cut, Szene 17 ist im Kasten. Ihr zwei spielt eure Rollen perfekt. Gratuliere, so habe ich mir diese Szene vorgestellt.» Im Hintergrund ist eine schrille Stimme zu hören, die aufgeregt schreit, «Genau so war es, genau das hatte ich genauso vor etwa 400 Jahren in genau diesen Kleidern, äh Kostümen, in genau so einen Raum erlebt! - Als die Narrengilde den Bogen überspannt hatteund die Narrenfreiheit dazu ausnutze die Obrigkeit, provozierend ohne Narrenkappe zu beleidigen und sich über sie in ungeziemter Weise lustig zu machen.
Sie hatten mich gefoltert indem alle zehn mich auskitzelten bis ich – vor Lachen - immer weniger und schliesslich keine Luft mehr bekam und nach laaanger Zeit erstickte». «Wer ist dieser Wahnsinnige, der solchen Stuss von sich gibt?», fragt der Regisseur in die Runde. Der Regieassistent antwortet: «Herr Regisseur, es ist ein neuer Hilfsbeleuchter, der heute zum ersten Mal bei den Dreharbeiten dabei ist.» « Dann ist heute auch sein letzter Tag, ich kann keinen durchgeknallten Beleuchter brauchen.»
Der Beleuchter verlässt lärmend und fluchtend die Szene und knallt wütend die schwere Eisentüre des Filmstudios zu.
In einem kleinen Zimmer, in einer grösseren Vorstadtsiedlung, fährt eine junge Frau aus tiefstem Schlaf auf. Sie ist durch das Zuknallen einer schweren Eisentüre geweckt worden. Sie reibt sich schlaftrunken die Augen und fragt sich, ob sie die Szene mit der Rückführung, die eine Filmszene war, den Anfall des Beleuchters, der glaubte, dass sich dies genauso abgespielt habe und er vor 400 Jahren gestorben sei, geträumt oder wirklich erlebt zu habe.

Oder ob sie vielleicht der Narr war, der zu Tode gekitzelt wurde?! Die Türe schliesst sich....


siehe auch: https://m3wg.blogspot.com/2018/06/die-ture-von-knurrbar.html

25. Mai 2016

c'est la vie - von Zebramanguste

c'est la vie - von Zebramanguste



‘Wie soll ich nur mit diesem heute erfahrenen Wissen umgehen, was soll ich jetzt tun?
Zur Polizei gehen, um die Tat zu melden?
Oder doch lieber schweigen und noch unglücklicher werden?
Soll ich mich von ihm trennen – ohne ihm den Grund für die Trennung zu verraten?
Oder soll ich mich von ihm trennen nachdem ich ihm vorher mein Handeln begründet habe?
Oder soll ich mich besser zuerst von ihm zurückziehen und mir gleichzeitig in einer anderen Stadt einen neuen Job und eine eigene Wohnung suchen?
Wenn ich mich für diese Variante entscheide… an was muss ich denken, damit ich all meine Sachen aus der gemeinsamen Wohnung räumen kann und er weder vorher noch am Umzugstag etwas davon mitbekommt?
Aber halte ich durch, mich die ganze Zeit zu verstellen, ohne ihm reinen Wein einzuschenken?
Sollte ich Ihn für seine Tat persönlich zur Rechenschaft ziehen, ihn bestrafen, Selbstjustiz üben?
Wenn ja, wie könnte ich es anstellen, wie würde ich ihn umbringen: durch schwer nachweisbares Gift, durch einen „Unfall“, ihn erschiessen oder erstechen?
Wie würde ich vor Gericht reagieren – sollte man mich der Tat überführen?
Würde ich den wahren Hintergrund für die begangene Tat, den Grund für diese Tat offenbaren?
Aber würden sie mir glauben, würden sie verstehen können, Warum?
Oder sollte ich das Motiv nicht offenlegen, weil ich nicht möchte, dass man mich für verrückt erklärt?‘

Diese und noch viele andere Fragen schwirren durch meinen Kopf… nachdem ich einen ganzen Tag in der Nordwestschweiz, in einem hellen, freundlichen Zimmer verbracht habe. Dort bin ich von einer dafür ausgebildeten Frau in zurückliegende Leben rückgeführt worden. Dies habe ich getan, weil meine beste Freundin es mir unbedingt empfohlen hatte. Dazu geraten hatte sie mir, weil sie mitbekommen hat, dass ich in meiner Partnerschaft sehr unglücklich bin. Mein Freund kommt mir auf der einen Seite seltsam innig und angenehm vertraut vor und gleichzeitig verspüre ich oft, statt Liebe, eine nicht erklärbare Abneigung und Wut gegen ihn. „Wahrscheinlich seid ihr euch in einem früheren Leben schon einmal begegnet. Dieses Zusammentreffen war womöglich nicht ideal. Melde dich doch zu einer Rückführungsseance an. Dort bekommst du mit grosser Sicherheit Klarheit, was und warum es mit euch nicht stimmt. Zum Beispiel warum du diese grosse Vertrautheit verspürst und diese Vertrautheit oft in Abneigung und Wut umschlägt. Ich kenne auch eine Adresse die ich dir gerne gebe. Anmelden musst du dich aber selbst, wenn du dich dafür entschieden hast“, beendete sie ihren Kurzmonolog mit ernster Miene.
Und so habe ich mich, nach kurzem Zögern, angemeldet und schliesslich den heutigen Termin bekommen.    


Ich habe Einblicke in viele meiner vorangegangenen Leben bekommen. Entscheidend, wichtig war aber nur ein einziges Vorleben. Die vielen einzelnen Bilder, zusammengerafft in einem Film, der sich immer wieder ungefragt vor meinen inneren Augen abspielt, bekomme ich jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Ja, damals, im Mittelalter war Er, mein heutiger Freund, eine Sie, eine Frau! Wir waren zusammen aufgewachsen, kannten einander seit unserer Jugend. Zum Zeitpunkt meiner Ermordung waren wir beide um 20 Jahre alt. Wir hatten gemeinsame Pläne, wollten bald weg-ziehen, uns auf die Suche nach einem besseren Leben machen. Beim Wandern durch die Wiesenlandschaft hatte ich eine Kette mit einem wertvollen Anhänger gefunden. Dieses Schmuck-stück sollte die Grundlage für die Umsetzung dieses Planes sein. Es konnte uns in der neuen, besseren Umgebung zu einem guten Start verhelfen. Nicht aus Not oder Elend, sondern aus reiner Habgier hatte SIE mich - während ich den Fund im nahen Wald versteckte - hinterrücks mit einer grossen Keule erschlagen. Sie hatte die Kette mit Anhänger unbedingt gewollt!
Die Erkenntnis, dass ich jetzt mit der Seele zusammenlebe, die mich einst getötet hatte, droht mir den Boden unter den Füssen wegzuziehen.

Musik hilft mir fast immer Ordnung in meinen Kopf zu schaffen: https://www.youtube.com/watch?v=Kpsj7ifGcXw
Auch diesmal hoffe ich auf mein persönliches Wundermittel… und eine Lösung… Ce sont les vies? 


Weitere Infos zu den Geschichten /Index - Geschichtenverzeichnis - zu den AutorInnen:http://m3wg.blogspot.ch/2012/12/idee-konzept.html