Posts mit dem Label Zebramanguste werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zebramanguste werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

10. Juni 2019

Frühlingsblumen – Pistole – Ueberdruckventil / von Zebramanguste

Es wurden verschiedenste Stichworte / Keywords auf kleine Zettel geschrieben. in einem Auswahlverfahren blieben die 3 stehen und waren Basis, eine Geschichte zu schreiben.


Jaja, ich höre sie schon, die Stimmen, die über mich, über meine grenzenlose Dummheit lachen, sich die Bäuche halten vor Lachen und prustend mit ausgestreckten Fingern auf mich zeigen würden, wenn sie den könnten. 
Hier meine Geschichte, ungefiltert und ehrlich, wie sich dies gehört:
Angefangen hat es damit, dass ich, ein kleiner, eher unscheinbarer Privatdetektiv eines Tages auf ein kleines Inserat im amtlichen Stadtanzeiger aufmerksam geworden war: «Gesucht Person, die Dinge finden kann. Bitte melden unter Chiffre 0815. Es eilt.» Da ich gerade nicht sehr viel zu tun hatte, antwortete ich auf das Inserat und erhielt tags darauf eine Natelnummer. Die Stimme, die sich daraufhin meldete, tönte nicht unsympathisch und teilte mir mit, dass sie, 2 Freunde nicht mehr sehr mobil seien und deshalb nicht selbst auf die Suche nach drei dringend gesuchten Gegenständen gehen könnten.
Folgende 3 Dinge nannte der Typ am Telefon:
1. Frühlingblumen – 2. eine Pistole und 3. ein Ueberdruckventil (kein Unterdruckventil)!
24 Stunden Zeit hätte ich für die Suche, meinte die Stimme am andern Ende der Natelleitung. Das Ganze kam mir schon sehr komisch vor, vor allem weil es Herbst war und daher nicht die Jahreszeit für Frühlingsblumen.
Auf meine Frage nach dem Salär, erhielt ich eine ausweichende Antwort ‘es werde sich für mich schon lohnen und ich solle mich innert der vereinbarten Zeit wieder über diese Nummer melden`. 
Ich machte mich also auf die Suche nach den drei gesuchten Dingen.
Frühlingsblumen – importiert aus Südafrika - fand ich im Blumenladen um die Ecke… für über dreissig Franken.
Die Pistole – ein sehr echt aussehendes Modell – erstand ich in einem Spielzeuggeschäft (im Auftrag war keine Rede davon, dass die Pistole echt sein und funktionieren müsse).
Für das Ueberdruckventil habe ich fast 2 Stunden in einem Baumarkt verbracht, weil der übereifrige Verkäufer einfach nicht glauben konnte, dass der Durchmesser und weitere Details unwichtig sind… einfach irgendein Ueberdruckventil – auf jeden Fall kein Unterdruckventil - musste es sein.  
Am Abend habe ich ein SMS an die Natelnummer versandt und darin mitgeteilt, dass ich alle gesuchten zusammen hätte, wo ich sie abliefern könne und wie es mit dem Salär aussehen würde.
Die Antwort kam kurz darauf – ebenfalls per SMS:
«Salär: 1 quergestreifte, grün-violette Regenbogencloudwolke, 2 silbergraue, durchsichtige und vierkantige Regentropfen und 3 doppelstromförmige Windsicherungsquerschnittschrauben. In der Zwischenzeit haben wir andere Gegenstände ausgesucht und benötigen daher die Blumen, die Pistole und das Ueberdruckventil nicht mehr. Einen schönen Abend wünschen wir Ihnen. Freundliche Grüsse». Ein sofortiger Rückruf ergab – «Kein Anschluss unter dieser Nummer»! 
Die Suche nach den beiden Witzbolden ist im Sand verlaufen. Gemäss Aussage der Natelbetreiberfirma ist die eingesetzte SIM-Karte gekauft worden, als beim Kauf noch keine detaillierten Angaben gemacht werden mussten. Eine eingehende Suche, so der Angestellte ironisch lächelnd, sei unter der den gegebenen Umständen nicht möglich. 





9. März 2019

50 Fragen von Zebramanguste

Das Thema war bestimmt. Das Thema war herausfordernd. Vielleicht gar schwierig. Die Ergebnisse liegen vor ... so und nicht anders.


Fragen, Fragen… 50 Fragen auf einmal, spontan und wild durcheinander
Warum sind Wolken nicht einfach „Wolken“, warum haben sie so unterschiedliche Formen und manchmal auch Farben?

Warum sieht eine Wolken meist wie Watte aus, auf der man sich wunderbar hinlegen und sich ausruhen kann?

Warum wird Aids, gemäss langjährigen Studien, nicht auch durch Mücken übertragen, obwohl via Stachel Blut mit Blut in Berührung kommt?

Wie würde unser Leben heute aussehen, wenn es keine Zeit, keine Kalender, keine klaren, täglichen Strukturen gäbe?

Wie hat die Umgebung von der Stadt Bern um 1350 wohl ausgesehen, wenn man auf der Anhöhe stand, die heute Grosse Schanze heisst und den Angriff des Feindes aus der Richtung Grauholz erwartete?

Warum läuft das Leben nicht umgekehrt; beginnt mit dem Tod und endet mit der lustvollen Zeugung?

Warum dreht uns unser Trabant, der Mond, immer die gleiche Seite zu, obwohl auch er eine Kugel ist; warum gibt es also eine „Dark side of the moon“?

Haben menschenähnliche Tiere, zB Schimpansen Humor?

Warum ist „Zeit“ so schwer fassbar und auch im weitesten Sinn nicht zu begreifen, fassbar?

Warum heisst der Abendstern «Abendstern» und der Morgenstern «Morgenstern»?
… und warum ist der Morgenstern auch der Abendstern?

Heissen Teigwaren «Teigwaren» weil sie mal Teig waren?

Kann es sein, dass ein Wintereinbruch strafbar ist?

Warum sind Vogelscheuchen zu gefühlten 90 % männlich?

Können Schwule auch lesbisch sein?

Kann ein Glatzkopf auch eine Glücksträhne haben?

Gibt es auf jede, wirklich jede – auch extrem dumme Frage - eine passende Antwort.?

Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben?

Die klassische Frage: Huhn oder Ei, wer zuerst da?

Warum gibt es kein Rückgeld, wenn ein Taxi rückwärts fährt?

Können Tiere denken; wenn ja welche Tiere sind es?
Wenn diese Tiere denken, was denken sie denn?

Warum können Zitronenfalter keine Zitronen falten?
… und wenn Zitronenfalter Zitronen falten könnten; was bringt es?

Warum gibt es in Teefabriken Kaffeepausen?

Hatte Noah auch Fische an Bord auf der Arche?

Kann eine Hautcreme die einen 20 Jahre jünger aussehen lässt für unter 19 Jährige tödlich sein?

Aus was entsteht Luft?

Gibt es Katzenfutter mit Meisengeschmack?

Ein belegtes Brot fällt immer auf die belegte Seite… eine Katze landet immer auf den Pfoten. Was passiert wenn man einer Katze ein belegtes Brot auf den Rücken bindet?

Wie und warum kam es zum Urknall ausgelöst?

Aus welchem Material ist eine gusseiserne Pfanne?

Aus welchem Material ist eine Spielzeugholzeisenbahn?

Und warum heisst eine Grünfläche immer noch Grünfläche, wenn es 4 Wochen nicht geregnet hat?

Warum kann es (k)ein Fehler sein, wenn man ein Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?

Welches Wesen hat Hühneraugen am Kopf?

Gibt es ein anderes Wort für Synonym?

Warum wandern nur Wanderdünen und wohin?

Warum sind Klaviertasten schwarz und weiss und nicht rot und blau?

Warum ist wolkenloser Himmel blau und nicht grün?

Läuft 30 Grad Wäsche ein, wenn ich sie im Sommer bei 40 Grad nass schwitze?

Wenn ein Forscher sich ein Sandwich macht, ist es dann wissenschaftlich belegt?

Spricht man, wenn ich Buchstabensuppe auskotze, von gebrochenem Deutsch?

Können taube Menschen ihre eigenen Gedanken hören?

Wer kann beweisen dass die Farbe schwarz wirklich schwarz wie die Nacht oder noch dunkler ist?

Warum gibt es Linke, die Rechtshänder und Rechte, die Linkshänder sind?

Warum kommen Esel schon grauhaarige auf die Welt?

Ist jemand, der sich sein eigenes Brot backt, ein Eigenbrötler?

Ist es wirklich erlaubt, eine Tagesdecke auch in der Nacht zu benutzen?

Warum wird ein knurrender Magen niemals beissen?

Warum hat ein Boxring 4 Ecken?

Wer ist auf die bescheuerte Idee gekommen 50 Fragen aufzuschreiben?
… und warum hat Niemand bemerkt, dass es mehr als 50 Fragen sind?

22. Oktober 2018

Zukunft von Knurrbär -> Zebramanguste

Vorgehen: Knurrbär schreibt ersten Teil der Geschichte, sendet dies Zebramanguste zu und dieser ergänzt mit Teil-2 der Geschichte

[Knurrbär - Teil-1]


Klaus grübelte wieder mal vor sich hin. Er grübelt häufig in den letzten Tagen und hängt einfach so seinen Gedanken nach – so scheint es zu sein – wenigstens für Aussenstehende.  
Die sollen doch einfach ihren Kopf schütteln denkt Klaus. Er ist leicht säuerlich und vor allem darüber, dass so einige offenbar einfach viel zu viel mit ihm beschäftigt sind in ihren Gedanken und ihrem Handeln. Haben nichts anderes. Vermutlich.
Warum interessieren sich die für mich, wenn sie sich doch eigentlich gar nicht für mich interessieren. Ist ja wie jemand der sich kratzt wenn’s gar nicht juckt. Irgendwie.
Und warum interessiere ich mich für solche die sich für mich interessieren. Zwingen einem ja ganz banal ihren Willen auf, sich um Dinge zu tun die nicht getan werden müssten.
Wir lassen Klaus nun ein paar Tage grübeln. Denn auch Klaus will zwischendurch seine Auszeit, wo er ungestört grübeln kann ohne Störung und Zwischenrufe.
Klaus grübelt wieder mal vor sich hin. Er grübelt häufig in den letzten Tagen und hängt so seinen Gedanken nach.
In Zukunft – denkt Klaus – in Zukunft heisse ich Karl und dann wird alles anders. Vielleicht ein wenig besser als jetzt. Oder halt nur ein bisschen anders eben. Schon in der Jugendzeit hatte man ihm das mit der Zukunft erklärt und immer wieder gemeint, dass die auch für ihn doch nur gut sein könne. Er müsse eben nur wollen, das sei es.

[Zebramanguste - Teil-2]


Ja, Karl ist ein guter Name mit dem ich meine Zukunft, meine mir erklärte gute Zukunft und ab sofort beginnen will.
Als Klaus hatte ich gute, sehr gute Zeiten erlebt aber auch abgrundtief schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich heute darüber nachdenke, war ich immer selbst verantwortlich, für gute und auch für die weniger guten Zeiten. Und, dass sich Einige für mich interessierten (und wahrscheinlich noch immer interessieren) hängt mit dem Status zusammen, den ich als Klaus hatte: ich war ein Star, ein Fussballstar, der sich irgendwann mit den Umständen hier nicht mehr abfinden konnte und das Weite suchte… Italien, Frankreich, England und schliesslich die USA. In all den Ländern habe ich gespielt. Mal genial, mal durchschnittlich und in England einfach schlecht. Ja, es kam immer auf mein Umfeld an: Gutes Umfeld = guter bis genialer Klaus; schlechtes Umfeld = durchschnittlicher bis schlechter Klaus. Ich kann immer noch nicht wirklich nachvollziehen, wie viel die Vereine damals für mich zahlten und wieviel Salär ich bekommen habe. «Wie gewonnen so zerronnen» heisst es. Bei mir war es nicht anders; was herein kam musste rasch wieder unter die Leute gebracht werden. Aber….
Stop, stopp stopp, ich wollte mir doch Gedanken über meine Zukunft machen und nicht in meiner Vergangenheit herumstochern.
Also konkret, meine Zukunft, Karls Zukunft ist nicht wirklich rosig, aber scheint doch irgendwie gesicherter zu sein als auch schon! Der ehemalige Fussballstar Klaus hat von einem nicht ganz unbedeutenden Verein ein Angebot als Spielertrainer bekommen. Dieser Verein hat, wie ich selbst, seine allerbesten Zeiten hinter sich und gilt in gut unterrichteten Kreisen als «Gnadenhof für alternde Fussballstars»!
Heute, um kurz nach zwei Uhr nachmittags habe ich mich entschieden: Ich werde in sehr naher Zukunft die Spieler dieses Vereins trainieren… und bei Bedarf selbst in die Hosen steigen und mittun, vorne Tor schiessen, in der Mitte Tor vorbereiten und hinten Tore verhindern. Stichwort «verhindern»: Sport wird in Zukunft verhindern, dass Ich mir zu viele Gedanken mache und mich nicht mehr frage, warum ich mich für Jene interessiere, die sich für mich interessieren oder mich kratze, wenn es gar nicht juckt!  Oder so!!


Sound-Track zu dieser Geschichte  /  Montrose - Space Station #5
https://www.youtube.com/watch?v=yxUgW5CLk18






Zukunft von Zebramanguste -> Knurrbär

Vorgehen: Zebramanguste schreibt ersten Teil der Geschichte, sendet dies Knurrbär zu und dieser ergänzt mit Teil-2 der Geschichte

[Zebramanguste - Teil-1]

Liebes Tagebuch
Heute ist wieder ganz viel passiert.
Am frühen Morgen habe ich festgestellt, dass es vor dem Fenster zwar noch nass ist, aber nicht mehr regnet. ÄHH…
Es ist zum wahnsinnig werden… bevor ich mich hinter diese Tastatur gesetzt habe, wusste ich ganz genau, was ich heute schriftlich festhalten, meinem Tagebuch anvertrauen will, was mir wichtig war und auch jetzt, wenige Stunden später, noch immer ist.
Wer hat Schreibblockaden erfunden? - war gar keine gute Idee; sollte dringend wieder ab-geschafft werden!
Der Blick auf den leeren Bildschirm macht mich wahnsinnig. Das höhnische Blinken des Mauszeigers ruft zerstörerische Racheakte gegen den Bildschirm in mir wach.  
Ich lenke mich gedanklich ab und meine Gedanken in eine kreative Richtung:
Toll, wenn ich jetzt auf „Rewind“ drücken und dort stoppen könnte wo meine vormaligen, interessanten Gedanken im Hirn eingelagert sind, um sie dort, genau dort, wieder abzurufen, abzuholen. Einfach so all die vielen guten Ideen, Gedanken und Sätze wieder abholen, und Wort für Wort genauso wiedergeben. Das ist Zukunftsmusik, wird so wahrscheinlich wohl nie realisiert…
Toll, wenn ich jetzt auf „Rewind“ drücken und dort stoppen könnte wo meine vormaligen, interessanten Gedanken im Hirn eingelagert sind, um sie dort, genau dort, wieder abzurufen, abzuholen. Einfach so all die vielen guten Ideen, Gedanken und Sätze wieder abholen, und Wort für Wort genauso wiedergeben. Das ist Zukunftsmusik, wird so wahrscheinlich wohl nie realisiert…
Entsetzt wende ich mich vom Bildschirm ab, flüchte in die hinterste Ecke meiner Wohnung und realisiere was geschehen ist: Meine Gedanken, Wort für Wort, genau wie ich sie gedacht habe, sind ohne, dass ich meine Tastatur berührt habe, auf dem Bildschirm er-schienen. Erster Gedanke: Eigentlich ganz toll! Zweiter Gedanke und Frage: Aber wer kontrolliert diese meine Gedanken und bringt den Bildschirm dazu genau diese gedachten Worte erscheinen zu lassen?
Fazit: Brrrr macht mir Angst, was Alles noch auf uns zuzukommen kann.
„Vorbei, vorbei mit Gedanken sind frei“ = ungefähr Digitalisierung 7.0 oder 8.0!!

[Knurrbär - Teil-2]

Doktor Karl Lippenbart kraulte sich am Kinn als er diesen Bericht des Studenten Ambach las, der diese Traumuntersuchungen in der Abteilung C begleitete und dokumentierte. Rasch blätterte er weiter und überprüfte die aktuelle Medikamentenliste und danach die bisher bekannten Forschungsergebnisse zum neuen Test-Medikament „suggerĕre vitale SV-1 60mg“. Nichts deutete darauf hin, dass Unverträglichkeiten eine Überreaktion gewisser Hirnfunktionen auslösen könnten. Auch war nicht vermerkt, dass es zur Anhäufung gewisser Traumarten führen konnte. Patient „Julian IV“ – wie er anonymisiert genannt wurde – blieb Durchschnitt, nicht mehr und nicht weniger. Es war dennoch ziemlich sonderbar, dass einer der Patienten so oft und so intensiv und wiederholt von der Vergangenheit träumte und ihm diese als Zukunft erschien.
Er entschloss sich, sich nicht mehr allzu intensiv mit dieser Abnormität zu befassen und wendete sich der Planung des Wochenendes mit seiner Familie zu. Kimi liebte dieses Weltraum-Freestyle-Bungee-Fliegen. Es war nicht ganz ohne Risiken, sich ohne Verbindung zur Space-Station-5 frei im Raum zu bewegen. Die Hilfsraketen waren performant und Kimi war noch jung und übermütig. Und dennoch: raus aus der Kapsel an die frische Luft, wie Kimis Grossmutter jeweils ironisch zu sagen pflegte, sie, die die Erde noch kannte als man der Erde noch Erde sagen durfte und nicht ausgetrockneter Krümelhaufen oder so ähnlich. Und damals, als die Erdmenschen meinten, die Luft sei frisch.
Er flüsterte der Medikamenten-Verteil-Maschine rasch den Befehl zu, die Dosis beim Julian schrittweise zuerst um 50 % und dann jeden Tag um 10 % mehr zu erhöhen. Er hasste es, sich mit solchen Sonderlingen abgeben zu müssen. Sie verlangsamten die Zulassungstests von neuen Medikamenten. Die Firma sah dem nicht gerne zu lange zu. Schon mancher sass dann plötzlich selber in einer Patientenkammer, wenn er die Erwartungen nicht mehr erfüllen konnte. Und Kimi brauchte jetzt noch einen Vater, er war doch erst 53 Jahre jung. Viel zu früh um selbstständig zu sein. Von weit her hörte es das Donnern vom Aufprall der Weltraum-Müll-Elemente auf Hülle ihrer Station. Und heute Abend hatte die Regierung einen Filmabend mit „Filmen von früher“ geplant. Die blaue Lagune. War obligatorisch, dort zu erscheinen. Es mochte diese Natur- und Tierfilme nicht. Er bevorzugte es, Rennautos aus früheren Zeiten zu zu schauen, wie sie ihre Runden drehten. Das beruhigte.
Er verliess den Raum, die Türe schloss sich mit leisem Geräusch und er machte sich auf den Weg, Kimi aus der Spielgruppe abzuholen. Heute war dort angesagt: Streichelzoo mit Fellresten aus vergangenen Zeiten. War Kimis Favoritenthema.


24. Juni 2018

Die Türe - von Zebramanguste

Die Türe öffnet sich...
Sie: «Ich zähle jetzt von zehn bis null rückwärts – zehn – neun - acht... und Sie werden langsam müde, die Glieder, Arme und Beine, werden schwer – sieben – sechs – fünf... auf den Augenlidern scheint Blei zu haften – vier – drei... Sie sind sehr müde und zugleich hellwach – zwei – eins – null.
Sie befinden sich in einem von Fackeln erhellten Gang. Vor Ihnen führt links eine Treppe hoch und rechts eine Treppe hinunter. Welche Treppe wählen Sie, wo soll es hingehen?»
Er: «Ich möchte die Treppe hochsteigen...».
Sie: «Gut, dann gehen Sie links und steigen Sie die Treppe hoch, Stufe um Stufe um Stufe um Stufe... bis zum Ende der Stufen. Sagen Sie mir, wenn Sie oben angekommen sind und was Sie dort sehen?»
Er: « Links hat es ein grosses, bodenlanges Fenster... es führt auf einen kleinen Balkon. In der Mitte führt ein Korridor zuerst etwa zehn Meter geradeaus und verschwindet nach einer Linkskurve aus dem Blickfeld. Rechts sehe ich eine grosse, schwere Holztüre mit eisernen Beschlägen und einer kunstvoll gestalteten Türfalle.»
Sie: «Geht es Ihnen gut? Was empfinden Sie? Was möchten Sie tun?»
Er: «Ja, mir geht es gut... und ich empfinde Neugierde! Ich möchte versuchen ob ich die grosse, schwere Holztüre öffnen kann, ob sie sich öffnen lässt?»
Sie: «Gut, versuchen Sie die Türe zu öffnen»
Er: (nach kurzer Pause) «... die Falle lässt sich herunterdrücken, aber die Türe geht nicht auf; sie ist verschlossen! Aber ich sehe oben rechts am Türrahmen einen grossen Schlüssel an einem dicken Nagel hängen.» (ächzt kurz) «Ich habe den Schlüssel vom Nagel genommen, habe ihn in der Hand und werde versuchen, ob er ins Türschloss passt.» (kurze Pause) «Ja, der Schlüssel passt, lässt sich drehen. Darf ich die Türe öffnen? Ich möchte gerne wissen, was sich hinter der Türe befindet.»
Sie: «Ja, wenn Sie das Gefühl haben, dass es das Richtige ist... tun Sie es.»
Er: «Ich drehe den Schlüssel im Schloss und drücke gleichzeitig auf die Türfalle..., die Türe geht auf, ich drücke am grossen, schweren Türblatt. Ich stehe in einem mittelgrossen Raum mit tiefen Decken, höchstens 170 cm sind es vom Boden bis zur Decke... ich muss mich leicht bücken, sonst stosse ich mit meinen Kopf an die Decke.»
Sie: «Kommt Ihnen etwas in diesem Raum bekannt vor, erinnert Sie etwas im Raum an bestimmte Erlebnisse?»
Er wälzt sich unruhig auf der Liege, die Augenlider flattern. Mit den Händen macht er suchende Bewegungen und reibt gleichzeitig nervös Fuss gegen Fuss.
Er: «Ja, ich bin mir sicher, ganz sicher, dass ich in diesem Raum schon einmal war, dass in diesem Raum Etwas, für mich Etwas ganz Entscheidendes passiert ist – vor vielen Jahren!»
Die Stimme ändert sich während er diese Worte ausspricht sehr stark... jetzt tönt sie erst flüsternd, dann glucksend und die letzten 3 Worte haben etwas extrem Lustiges und Erheiterndes. Die Stimme tönt als hätte er Helium eingeatmet.
Sie erschrickt über diese massive Veränderung der Stimme; noch nie während einer durch sie geleiteten Rückführung war so etwas passiert. Noch nie war so viel Heiterkeit und Freude so real zu spüren, zu hören und jetzt zu sehen.
Er: (mit hoher Heliumstimme) «Sie kommen, in ihren komischen Gewändern von allen Seiten auf mich zu. Sie grinsen verschwörerisch..., sie sind über mir und beginnen....».
« Aus Cut, Szene 17 ist im Kasten. Ihr zwei spielt eure Rollen perfekt. Gratuliere, so habe ich mir diese Szene vorgestellt.» Im Hintergrund ist eine schrille Stimme zu hören, die aufgeregt schreit, «Genau so war es, genau das hatte ich genauso vor etwa 400 Jahren in genau diesen Kleidern, äh Kostümen, in genau so einen Raum erlebt! - Als die Narrengilde den Bogen überspannt hatteund die Narrenfreiheit dazu ausnutze die Obrigkeit, provozierend ohne Narrenkappe zu beleidigen und sich über sie in ungeziemter Weise lustig zu machen.
Sie hatten mich gefoltert indem alle zehn mich auskitzelten bis ich – vor Lachen - immer weniger und schliesslich keine Luft mehr bekam und nach laaanger Zeit erstickte». «Wer ist dieser Wahnsinnige, der solchen Stuss von sich gibt?», fragt der Regisseur in die Runde. Der Regieassistent antwortet: «Herr Regisseur, es ist ein neuer Hilfsbeleuchter, der heute zum ersten Mal bei den Dreharbeiten dabei ist.» « Dann ist heute auch sein letzter Tag, ich kann keinen durchgeknallten Beleuchter brauchen.»
Der Beleuchter verlässt lärmend und fluchtend die Szene und knallt wütend die schwere Eisentüre des Filmstudios zu.
In einem kleinen Zimmer, in einer grösseren Vorstadtsiedlung, fährt eine junge Frau aus tiefstem Schlaf auf. Sie ist durch das Zuknallen einer schweren Eisentüre geweckt worden. Sie reibt sich schlaftrunken die Augen und fragt sich, ob sie die Szene mit der Rückführung, die eine Filmszene war, den Anfall des Beleuchters, der glaubte, dass sich dies genauso abgespielt habe und er vor 400 Jahren gestorben sei, geträumt oder wirklich erlebt zu habe.

Oder ob sie vielleicht der Narr war, der zu Tode gekitzelt wurde?! Die Türe schliesst sich....


siehe auch: https://m3wg.blogspot.com/2018/06/die-ture-von-knurrbar.html

25. Mai 2016

c'est la vie - von Zebramanguste

c'est la vie - von Zebramanguste



‘Wie soll ich nur mit diesem heute erfahrenen Wissen umgehen, was soll ich jetzt tun?
Zur Polizei gehen, um die Tat zu melden?
Oder doch lieber schweigen und noch unglücklicher werden?
Soll ich mich von ihm trennen – ohne ihm den Grund für die Trennung zu verraten?
Oder soll ich mich von ihm trennen nachdem ich ihm vorher mein Handeln begründet habe?
Oder soll ich mich besser zuerst von ihm zurückziehen und mir gleichzeitig in einer anderen Stadt einen neuen Job und eine eigene Wohnung suchen?
Wenn ich mich für diese Variante entscheide… an was muss ich denken, damit ich all meine Sachen aus der gemeinsamen Wohnung räumen kann und er weder vorher noch am Umzugstag etwas davon mitbekommt?
Aber halte ich durch, mich die ganze Zeit zu verstellen, ohne ihm reinen Wein einzuschenken?
Sollte ich Ihn für seine Tat persönlich zur Rechenschaft ziehen, ihn bestrafen, Selbstjustiz üben?
Wenn ja, wie könnte ich es anstellen, wie würde ich ihn umbringen: durch schwer nachweisbares Gift, durch einen „Unfall“, ihn erschiessen oder erstechen?
Wie würde ich vor Gericht reagieren – sollte man mich der Tat überführen?
Würde ich den wahren Hintergrund für die begangene Tat, den Grund für diese Tat offenbaren?
Aber würden sie mir glauben, würden sie verstehen können, Warum?
Oder sollte ich das Motiv nicht offenlegen, weil ich nicht möchte, dass man mich für verrückt erklärt?‘

Diese und noch viele andere Fragen schwirren durch meinen Kopf… nachdem ich einen ganzen Tag in der Nordwestschweiz, in einem hellen, freundlichen Zimmer verbracht habe. Dort bin ich von einer dafür ausgebildeten Frau in zurückliegende Leben rückgeführt worden. Dies habe ich getan, weil meine beste Freundin es mir unbedingt empfohlen hatte. Dazu geraten hatte sie mir, weil sie mitbekommen hat, dass ich in meiner Partnerschaft sehr unglücklich bin. Mein Freund kommt mir auf der einen Seite seltsam innig und angenehm vertraut vor und gleichzeitig verspüre ich oft, statt Liebe, eine nicht erklärbare Abneigung und Wut gegen ihn. „Wahrscheinlich seid ihr euch in einem früheren Leben schon einmal begegnet. Dieses Zusammentreffen war womöglich nicht ideal. Melde dich doch zu einer Rückführungsseance an. Dort bekommst du mit grosser Sicherheit Klarheit, was und warum es mit euch nicht stimmt. Zum Beispiel warum du diese grosse Vertrautheit verspürst und diese Vertrautheit oft in Abneigung und Wut umschlägt. Ich kenne auch eine Adresse die ich dir gerne gebe. Anmelden musst du dich aber selbst, wenn du dich dafür entschieden hast“, beendete sie ihren Kurzmonolog mit ernster Miene.
Und so habe ich mich, nach kurzem Zögern, angemeldet und schliesslich den heutigen Termin bekommen.    


Ich habe Einblicke in viele meiner vorangegangenen Leben bekommen. Entscheidend, wichtig war aber nur ein einziges Vorleben. Die vielen einzelnen Bilder, zusammengerafft in einem Film, der sich immer wieder ungefragt vor meinen inneren Augen abspielt, bekomme ich jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Ja, damals, im Mittelalter war Er, mein heutiger Freund, eine Sie, eine Frau! Wir waren zusammen aufgewachsen, kannten einander seit unserer Jugend. Zum Zeitpunkt meiner Ermordung waren wir beide um 20 Jahre alt. Wir hatten gemeinsame Pläne, wollten bald weg-ziehen, uns auf die Suche nach einem besseren Leben machen. Beim Wandern durch die Wiesenlandschaft hatte ich eine Kette mit einem wertvollen Anhänger gefunden. Dieses Schmuck-stück sollte die Grundlage für die Umsetzung dieses Planes sein. Es konnte uns in der neuen, besseren Umgebung zu einem guten Start verhelfen. Nicht aus Not oder Elend, sondern aus reiner Habgier hatte SIE mich - während ich den Fund im nahen Wald versteckte - hinterrücks mit einer grossen Keule erschlagen. Sie hatte die Kette mit Anhänger unbedingt gewollt!
Die Erkenntnis, dass ich jetzt mit der Seele zusammenlebe, die mich einst getötet hatte, droht mir den Boden unter den Füssen wegzuziehen.

Musik hilft mir fast immer Ordnung in meinen Kopf zu schaffen: https://www.youtube.com/watch?v=Kpsj7ifGcXw
Auch diesmal hoffe ich auf mein persönliches Wundermittel… und eine Lösung… Ce sont les vies? 


Weitere Infos zu den Geschichten /Index - Geschichtenverzeichnis - zu den AutorInnen:http://m3wg.blogspot.ch/2012/12/idee-konzept.html


8. Oktober 2015

Die Reise - von Zebramanguste

Die Reise - von Zebramanguste


Es sei, je nach Situation, entspannend, lehrreich, interessant, toll, intensiv, erlebnisreich und ab und zu auch anstrengend und mühsam... das Reisen, hört und liest man. Entscheidet selbst zu welcher Kategorie diese Reise zählt!

2 Kollegen, Kurt und Urs, planten eine Tagesreise. Seit längerer Zeit machten sie jedes Jahr einmal eine Tagesreise und bisher stand jeweils das Wandern im Vordergrund.
Diesmal sollten möglichst viele, verschiedene Transportmittel die Reise abwechslungsreich machen:
Anfahrt mit Bahn ab jeweiligem Wohnort nach Meiringen, dort um 08.52 Uhr Abfahrt mit dem Postauto bis Susten Steingarten; Postautowechsel und Fahrt nach Göschenen. Bahnfahrt nach Flüelen und Schifffahrt nach Luzern, inkl. Mittagessen. Rückfahrt mit der Bahn von Luzern nach Bern.
Die Fahrt mit dem Postauto war sehr beeindruckend. Herrliches, spätsommerliches Wetter mit dem stahlblausten Himmel den man sich nur vorstellen kann. Haltestelle Steingarten; Pause und warten auf das andere Postauto. Sie beschlossen sich zu stärken, einen Kaffee zu trinken und einen Nussgipfel zu essen. Urs erzählte von einem Vorfall, von einem Unfall, der sich vor vielen Jahren ganz in der Nähe, etwas oberhalb des Restaurant ereignete: Der Grossteil eines Munitionslager war damals in die Luft geflogen und die Explosion hatte einen Riesenkrater in den Boden gerissen, den man noch heute gut sehen könne… nur wenige hundert Meter vom Restaurant entfernt.
Sie beschlossen die Planung leicht anzupassen, eine Postautoverbindung zu überspringen, um zu sehen was unterhalb der Gletscherzunge von diesem Unglück noch zu sehen war.
Kurz darauf liefen die Beiden am Steinseelein vorbei, welches mit milchig grün-grauen Farbe
andeutet, wie eiskalt das Wasser war…


… plötzlich verschwindet die Sonne hinter einem grossen, langgezogenen und düsteren Wolkenband.
Fast augenblicklich wird es massiv dunkler, bedrohlich und vor allem viel kälter… Weltuntergangs-stimmung.
Die Farbe des kleinen Sees verändert sich von Minute zu Minute dramatisch: grosse, schaumgekrönte Wellen schlagen wütend und grollend gegen das flache Ufer und überschwemmen das umliegende Geröllfeld.
Auch die gletscherblaue Gletscherzunge verdunkelt sich, nimmt die düstere Farbe des Himmels an beginnt plötzlich zu wachsen. Sie verschlingt in der Bewegung Alles was vor ihr liegt und bewegt sich dabei zischend und keuchend den Berg herunter.
Kurt und Urs verstecken sich, so gut es geht, hinter einem grossen, grauen Felsbrocken. Dieses Steinmonstrum entpuppt sich aber als grosses, sich träge erhebendes Mammut, welches die Beiden interessiert anstarrt und sich offenbar nicht entscheiden kann, ob es angreifen oder davon trotten soll.
Jetzt ergreifen sie definitiv die Flucht… torkeln im Laufschritt über die Geröllhalde, über die lockeren Steine, die unter ihren Füssen zu Rolling Stones, zu rollenden Steinen werden. Die Bewegung des Untergrundes lässt sie fast gleichzeitig taumeln und schliesslich hinfallen. Ohne etwas dagegen tun zu können, werden sie, wie auf einem Rollteppich, in Richtung Abgrund befördert, der sich bereits gut sichtbar vor ihnen auftut. Keine Chance sich aufzurichten sich in Sicherheit zu bringen.
Plötzlich abgrundtiefes Fauchen in der Nähe: ein prähistorischer Säbelzahntiger schleicht sich  geduckt hinter eine kleine Felsformation, wo er gemein blickend auf die Szene schaut, die sich jetzt eröffnet:
Grosser Lärm, riesige Rüsseltiere, eine Mischung aus Elefanten und Mammuts, mit riesigen Körben auf dem Rücken, tauchen hinter der Felsformation auf. „Hannibal, der auf Elefanten die Alpen überquert“, kommt es bei Kurt und Urs fast gleichzeitig über die ausgetrockneten Lippen.
Immer schneller geht es auf dem sich bewegenden „Rollband in Richtung Abgrund.
Plötzlich schiessen heisse, über hundert Meter hohe Flammenschwerte aus dem Boden und drohen Kurt und Urs zu versengen.
Weniger als 50 Meter trennen die Beiden vom unvermeidbaren Sturz in den Abgrund. Ein flammender Blitz, begleitet von lautstark grollendem Donner, zuckt als der freie Fall von Kurt und Urs einsetzt…
Kurt und Urs rieben sich kopfschüttelnd die Augen, schauten sich fragend in der Gaststube um und konnten nicht begreifen, was mit ihnen passiert war.
Wortlos tranken sie ihren Kaffee fertig, tupften mit feucht gemachten Fingern die Blätterteigreste der Nussgipfel von ihren Tellern auf, bezahlten und gingen schweigend hinaus. Keiner sprach ein Wort.
Schon nach wenigen Minuten näherte sich das Postauto vom Urnerland kommend und wendete auf dem grossen Platz vor dem Haus.
Sie bestiegen das Postauto und genossen den Rest der Reise, indem sie sich immer wieder staunend über neue Naturwunder freuten, die wie auf einer riesengrossen Leinwand an ihnen vorbeizogen wurden.
Gegen Ende des Tages beschlossen sie über ihre Reise zum Seelein mit Niemandem zu sprechen, beschlossen diese Geschichte für sich zu behalten.
Aber beide waren sich einig, dass sie genau diese Reise nächstes Jahr noch einmal machen werden... und am Steingletscher entscheiden würden, ob sie direkt ins nächste Postauto umsteigen  oder...


Weitere Infos zu den Geschichten /Index - Geschichtenverzeichnis - zu den AutorInnen:http://m3wg.blogspot.ch/2012/12/idee-konzept.html