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10. Juni 2019

Frühlingsblumen - Pistole - Überdruckventil / von Knurrbär

Es wurden verschiedenste Stichworte / Keywords auf kleine Zettel geschrieben. in einem Auswahlverfahren blieben die 3 stehen und waren Basis, eine Geschichte zu schreiben.



Warum denke ich bloss an Frühlingsblumen fragte sich Klaus. Ich nenne ihn hier mal Klaus. Erstens weil Klaus ein geläufiger Name war, zu seiner Zeit und zweitens weil sein richtiger Name an dieser Stelle keine Rolle spielen soll. Spielen darf.
Tulpen, Primeln, Stiefmütterchen, Narzissen und wie sie alle heissen mögen ... dachte sich Klaus. Aber immer bevor er eine schreckliche Tat plante und danach - wenn die Zeit dann reif dazu war -  Schritt für Schritt durchführte, immer dann dachte er auch an etwas sich nicht ganz ins Bild einfügende und passende. Er brauchte diese Art von Farbklecksern. Es war ein Ausbrechen aus dem Plan des Schreckens und Unausweichlichen. Es war diese seine Art Versöhnung mit dem immer noch nach Harmonie, Glück und Zufriedenheit strebenden kleinen Resten in ihm drin.
Frühlingsblumen lächelten irgendwie - dachte er und lächelte ein wenig zurück. Verlegen, scheu und sehr zurückhaltend. Man darf diese Blumen nicht erschrecken. Sie waren so zart und unschuldig - genau so wie auch seine Opfer es jeweils waren.
Die Vögel sangen und zwitscherten und störten seine Gedanken ein wenig. Denn er wollte Ruhe haben bevor er zur Tat schritt. Sie war ihm wichtig - diese Ruhe. Es war nicht Gelassenheit nach der er strebte. Bei Gott - oh nein. Es war einfach nur Ruhe und diese Ruhe, die viele Menschen als das etwas vor dem Sturm zu bezeichnen taten, weil sie das so mal gelesen hatten und nun gescheit daher reden wollten. Aber dabei hatten sie ja keine Ahnung. Keine Ahnung von dem, was ihm in diesen letzten paar Minuten vor der Tat durch den Kopf wanderte. Es waren diese paar Gedanken und Bilder, die da an ihm vorbei spazierten und sich nach ihm umzuschauen schienen.

Seine innere Spannung stieg sukzessive mit jedem tiefen Atemzug, den er nahm. Es war so, als müsste gerade jetzt und an dieser Stelle ein Überdruckventil die ihm zugedachte Aufgabe übernehmen. Aber es war nicht da, dieses Überdruckventil. Statt dessen griff er zur Pistole. Es war da noch dieses ganz kleine Zögern, das aber mit dem neuerlichen tiefen Atemzug auch gleich wieder verschwand. Sie knarrte leise aber dennoch bestimmt, die Türe zum Kanienchenstall, als er sie sachte öffnete …




9. März 2019

50 Fragen von Knurrbär

Das Thema war bestimmt. Das Thema war herausfordernd. Vielleicht gar schwierig. Die Ergebnisse liegen vor ... so und nicht anders.

50 Fragen

Erster Akt. Stürmisch, aufbrausend, kontrovers, nervig

  • Warum hassen Weisse Schwarze ?
  • Warum hassen Schwarze Weisse ?
  • Warum hassen Fleischfresser Vegetarier ?
  • Warum hassen Vegetarier Fleischfresser ?
  • Warum hassen Hunde Katzen ?
  • Warum hassen Katzen Hunde ?
  • Warum hassen Rapper Schlagerstars ?
  • Warum hassen Schlagerstars Rapper ?
  • Warum hast Du Dich bei vielleicht oder mindestens 50 % der obigen Fragen aufgeregt oder gar veritabel genervt ?
  • Warum hast Du nicht gemerkt, dass das ja bloss simple Fragen und keine Antworten sind ?
  • Zusatzfrage: War die Reihenfolge jeweils richtig oder falsch ?

Zweiter Akt. versöhnlicher, immer eine Wahl gebend

  • Machst Du lieber Pilates oder Yoga ?
  • Trinkst Du lieber Wein oder Wein ? lieber den roten ?
  • Magst Du die Leber gut durchgebraten oder eher noch ein wenig roh ?
  • Magst du lieber farbige Fotos oder Farbfotos ?
  • Denkst Du lieber an Träume oder träumst Du lieber vom Denken ?
  • Schaust Du lieber fern oder schläftst Du lieber fern ? Fern oder ganz fern ?
  • An was denkst Du wenn Du wanderst ?
  • Denkst Du dann in der Vergangenheit oder denkst Du in die Zukunft ?
  • Warum hast Du die letzten zwei Frage beantwortet, auch wenn Du Wandern gar nicht magst ?
  • Warum denkst Du dass ich weiss dass Du wandern nicht magst ?
  • Zusatzfrage: Trinkst Du Wein vor oder nach dem Pilates oder Yoga ? Oder doch lieber Wein ?

Dritter Akt. gut durchgerüttelt statt geschüttelt

  • Wenn Du eine schöne Frau siehst, an was denkst Du nicht ?
  • Wenn Du einen schönen Mann siehst, an was denkst Du nicht ?
  • Ist es möglich, dass Du gar keine schönen Menschen siehst ?
  • Falls es schöne Menschen gäbe, würdest Du sie sehen ?
  • Wie viel Mensch erträgt die Welt ?
  • An was denkst Du jetzt gerade nach dem Lesen der vorigen Frage ?
  • Wäre die Erde Menschenleer, wer würde dann denken ?
  • Mit welchem Tier würdest Du am liebsten auf eine einsame Insel gehen ?
  • Welches Nahrungsmittel würdest Du mitnehmen und teilen ?
  • Welche Insel möchte Dich und das Tier und das Nahrungsmittel aufnehmen ?
  • Zusatzfrage: Wäre es möglich, dass Du doch lieber Zimmer-Pflanzen magst ?

Vierter Akt. Nachdenklich

  • Ist es vielleicht möglich, dass Du die obigen 35 Frage so richtig Scheisse findest und trotzdem weitergelesen hast ?

Fünfter Akt. Beschwingt, bewegt


  • Weisst du warum Du nicht nachgezählt hast, ob das tatsächlich 35 Fragen waren ?
  • Liebst Du es, an Wettbewerben mitzumachen, obwohl Du nie etwas gewinnst ?
  • In welcher Netflix-Serie würdest Du niemals mitspielen, auch wenn es speziell für Dich eine weitere Staffel geben würde ?
  • Warum finden einige Menschen Drehorgeln zum Durchdrehen ?
  • Warum glaubst Du immer noch ans Märchen von den gleich langen Spiessen ?
  • Stimmt die Aussage: einmal Spiesser immer spiessig ?
  • Warum liest Du Zeitungsberichte über den neuen Freund von einer Frau Fischer, obwohl Du gar keinen Fisch magst ?
  • Falls Du lieber Pilates oder Yoga magst, mit wem würdest Du nie dahin gehen ?
  • Falls Du lieber die Beatles statt die Rolling Stones magst dann sag mal welches Lied der Pink Floyd du lieber magst ?
  • Falls du Fussballstar wärst für welche Mannschaft würdest Du spielen ?
  • Und wenn Du eine Frau und Fussballstar wärst ?
  • Warum musstest Du so lange studieren, für welche Mannschaft Du als Frau spielen würdest ?
  • Magst Du lieber Tennis oder Mini-Golf ?
  • Denkst Du dass das gute Menschen sind, die sich die Zeit nehmen, fünfzig bekloppte Fragen zu lesen … und auch zu beantwortet … rein innerlich und ganz privat natürlich ?

22. Oktober 2018

Zukunft von Knurrbär -> Zebramanguste

Vorgehen: Knurrbär schreibt ersten Teil der Geschichte, sendet dies Zebramanguste zu und dieser ergänzt mit Teil-2 der Geschichte

[Knurrbär - Teil-1]


Klaus grübelte wieder mal vor sich hin. Er grübelt häufig in den letzten Tagen und hängt einfach so seinen Gedanken nach – so scheint es zu sein – wenigstens für Aussenstehende.  
Die sollen doch einfach ihren Kopf schütteln denkt Klaus. Er ist leicht säuerlich und vor allem darüber, dass so einige offenbar einfach viel zu viel mit ihm beschäftigt sind in ihren Gedanken und ihrem Handeln. Haben nichts anderes. Vermutlich.
Warum interessieren sich die für mich, wenn sie sich doch eigentlich gar nicht für mich interessieren. Ist ja wie jemand der sich kratzt wenn’s gar nicht juckt. Irgendwie.
Und warum interessiere ich mich für solche die sich für mich interessieren. Zwingen einem ja ganz banal ihren Willen auf, sich um Dinge zu tun die nicht getan werden müssten.
Wir lassen Klaus nun ein paar Tage grübeln. Denn auch Klaus will zwischendurch seine Auszeit, wo er ungestört grübeln kann ohne Störung und Zwischenrufe.
Klaus grübelt wieder mal vor sich hin. Er grübelt häufig in den letzten Tagen und hängt so seinen Gedanken nach.
In Zukunft – denkt Klaus – in Zukunft heisse ich Karl und dann wird alles anders. Vielleicht ein wenig besser als jetzt. Oder halt nur ein bisschen anders eben. Schon in der Jugendzeit hatte man ihm das mit der Zukunft erklärt und immer wieder gemeint, dass die auch für ihn doch nur gut sein könne. Er müsse eben nur wollen, das sei es.

[Zebramanguste - Teil-2]


Ja, Karl ist ein guter Name mit dem ich meine Zukunft, meine mir erklärte gute Zukunft und ab sofort beginnen will.
Als Klaus hatte ich gute, sehr gute Zeiten erlebt aber auch abgrundtief schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich heute darüber nachdenke, war ich immer selbst verantwortlich, für gute und auch für die weniger guten Zeiten. Und, dass sich Einige für mich interessierten (und wahrscheinlich noch immer interessieren) hängt mit dem Status zusammen, den ich als Klaus hatte: ich war ein Star, ein Fussballstar, der sich irgendwann mit den Umständen hier nicht mehr abfinden konnte und das Weite suchte… Italien, Frankreich, England und schliesslich die USA. In all den Ländern habe ich gespielt. Mal genial, mal durchschnittlich und in England einfach schlecht. Ja, es kam immer auf mein Umfeld an: Gutes Umfeld = guter bis genialer Klaus; schlechtes Umfeld = durchschnittlicher bis schlechter Klaus. Ich kann immer noch nicht wirklich nachvollziehen, wie viel die Vereine damals für mich zahlten und wieviel Salär ich bekommen habe. «Wie gewonnen so zerronnen» heisst es. Bei mir war es nicht anders; was herein kam musste rasch wieder unter die Leute gebracht werden. Aber….
Stop, stopp stopp, ich wollte mir doch Gedanken über meine Zukunft machen und nicht in meiner Vergangenheit herumstochern.
Also konkret, meine Zukunft, Karls Zukunft ist nicht wirklich rosig, aber scheint doch irgendwie gesicherter zu sein als auch schon! Der ehemalige Fussballstar Klaus hat von einem nicht ganz unbedeutenden Verein ein Angebot als Spielertrainer bekommen. Dieser Verein hat, wie ich selbst, seine allerbesten Zeiten hinter sich und gilt in gut unterrichteten Kreisen als «Gnadenhof für alternde Fussballstars»!
Heute, um kurz nach zwei Uhr nachmittags habe ich mich entschieden: Ich werde in sehr naher Zukunft die Spieler dieses Vereins trainieren… und bei Bedarf selbst in die Hosen steigen und mittun, vorne Tor schiessen, in der Mitte Tor vorbereiten und hinten Tore verhindern. Stichwort «verhindern»: Sport wird in Zukunft verhindern, dass Ich mir zu viele Gedanken mache und mich nicht mehr frage, warum ich mich für Jene interessiere, die sich für mich interessieren oder mich kratze, wenn es gar nicht juckt!  Oder so!!


Sound-Track zu dieser Geschichte  /  Montrose - Space Station #5
https://www.youtube.com/watch?v=yxUgW5CLk18






Zukunft von Zebramanguste -> Knurrbär

Vorgehen: Zebramanguste schreibt ersten Teil der Geschichte, sendet dies Knurrbär zu und dieser ergänzt mit Teil-2 der Geschichte

[Zebramanguste - Teil-1]

Liebes Tagebuch
Heute ist wieder ganz viel passiert.
Am frühen Morgen habe ich festgestellt, dass es vor dem Fenster zwar noch nass ist, aber nicht mehr regnet. ÄHH…
Es ist zum wahnsinnig werden… bevor ich mich hinter diese Tastatur gesetzt habe, wusste ich ganz genau, was ich heute schriftlich festhalten, meinem Tagebuch anvertrauen will, was mir wichtig war und auch jetzt, wenige Stunden später, noch immer ist.
Wer hat Schreibblockaden erfunden? - war gar keine gute Idee; sollte dringend wieder ab-geschafft werden!
Der Blick auf den leeren Bildschirm macht mich wahnsinnig. Das höhnische Blinken des Mauszeigers ruft zerstörerische Racheakte gegen den Bildschirm in mir wach.  
Ich lenke mich gedanklich ab und meine Gedanken in eine kreative Richtung:
Toll, wenn ich jetzt auf „Rewind“ drücken und dort stoppen könnte wo meine vormaligen, interessanten Gedanken im Hirn eingelagert sind, um sie dort, genau dort, wieder abzurufen, abzuholen. Einfach so all die vielen guten Ideen, Gedanken und Sätze wieder abholen, und Wort für Wort genauso wiedergeben. Das ist Zukunftsmusik, wird so wahrscheinlich wohl nie realisiert…
Toll, wenn ich jetzt auf „Rewind“ drücken und dort stoppen könnte wo meine vormaligen, interessanten Gedanken im Hirn eingelagert sind, um sie dort, genau dort, wieder abzurufen, abzuholen. Einfach so all die vielen guten Ideen, Gedanken und Sätze wieder abholen, und Wort für Wort genauso wiedergeben. Das ist Zukunftsmusik, wird so wahrscheinlich wohl nie realisiert…
Entsetzt wende ich mich vom Bildschirm ab, flüchte in die hinterste Ecke meiner Wohnung und realisiere was geschehen ist: Meine Gedanken, Wort für Wort, genau wie ich sie gedacht habe, sind ohne, dass ich meine Tastatur berührt habe, auf dem Bildschirm er-schienen. Erster Gedanke: Eigentlich ganz toll! Zweiter Gedanke und Frage: Aber wer kontrolliert diese meine Gedanken und bringt den Bildschirm dazu genau diese gedachten Worte erscheinen zu lassen?
Fazit: Brrrr macht mir Angst, was Alles noch auf uns zuzukommen kann.
„Vorbei, vorbei mit Gedanken sind frei“ = ungefähr Digitalisierung 7.0 oder 8.0!!

[Knurrbär - Teil-2]

Doktor Karl Lippenbart kraulte sich am Kinn als er diesen Bericht des Studenten Ambach las, der diese Traumuntersuchungen in der Abteilung C begleitete und dokumentierte. Rasch blätterte er weiter und überprüfte die aktuelle Medikamentenliste und danach die bisher bekannten Forschungsergebnisse zum neuen Test-Medikament „suggerĕre vitale SV-1 60mg“. Nichts deutete darauf hin, dass Unverträglichkeiten eine Überreaktion gewisser Hirnfunktionen auslösen könnten. Auch war nicht vermerkt, dass es zur Anhäufung gewisser Traumarten führen konnte. Patient „Julian IV“ – wie er anonymisiert genannt wurde – blieb Durchschnitt, nicht mehr und nicht weniger. Es war dennoch ziemlich sonderbar, dass einer der Patienten so oft und so intensiv und wiederholt von der Vergangenheit träumte und ihm diese als Zukunft erschien.
Er entschloss sich, sich nicht mehr allzu intensiv mit dieser Abnormität zu befassen und wendete sich der Planung des Wochenendes mit seiner Familie zu. Kimi liebte dieses Weltraum-Freestyle-Bungee-Fliegen. Es war nicht ganz ohne Risiken, sich ohne Verbindung zur Space-Station-5 frei im Raum zu bewegen. Die Hilfsraketen waren performant und Kimi war noch jung und übermütig. Und dennoch: raus aus der Kapsel an die frische Luft, wie Kimis Grossmutter jeweils ironisch zu sagen pflegte, sie, die die Erde noch kannte als man der Erde noch Erde sagen durfte und nicht ausgetrockneter Krümelhaufen oder so ähnlich. Und damals, als die Erdmenschen meinten, die Luft sei frisch.
Er flüsterte der Medikamenten-Verteil-Maschine rasch den Befehl zu, die Dosis beim Julian schrittweise zuerst um 50 % und dann jeden Tag um 10 % mehr zu erhöhen. Er hasste es, sich mit solchen Sonderlingen abgeben zu müssen. Sie verlangsamten die Zulassungstests von neuen Medikamenten. Die Firma sah dem nicht gerne zu lange zu. Schon mancher sass dann plötzlich selber in einer Patientenkammer, wenn er die Erwartungen nicht mehr erfüllen konnte. Und Kimi brauchte jetzt noch einen Vater, er war doch erst 53 Jahre jung. Viel zu früh um selbstständig zu sein. Von weit her hörte es das Donnern vom Aufprall der Weltraum-Müll-Elemente auf Hülle ihrer Station. Und heute Abend hatte die Regierung einen Filmabend mit „Filmen von früher“ geplant. Die blaue Lagune. War obligatorisch, dort zu erscheinen. Es mochte diese Natur- und Tierfilme nicht. Er bevorzugte es, Rennautos aus früheren Zeiten zu zu schauen, wie sie ihre Runden drehten. Das beruhigte.
Er verliess den Raum, die Türe schloss sich mit leisem Geräusch und er machte sich auf den Weg, Kimi aus der Spielgruppe abzuholen. Heute war dort angesagt: Streichelzoo mit Fellresten aus vergangenen Zeiten. War Kimis Favoritenthema.


24. Juni 2018

Die Türe - von Knurrbär

Schon als kleiner Junge hatte er diese eine Türe im Haus ganz oben im 2.Stock nie öffnen dürfen. Vieles war erlaubt gewesen, manches war erwünscht gewesen. Aber diese eine Türe mit ihren zwei kleinen Milchglasscheibchen und dem geblumten Vorhang davor war eine Grenze, die niemals hatte überschritten werden dürfen. Eine Begründung gab es keine. Es war halt einfach so und basta. Gewagt hätte er es eh nicht. Das wäre ein Verstoss gegen etwas riesen grosses ohne Namen gewesen.
So vergingen seine Kindheit, seine Jugend, die Phase der Pubertät und sein Heranreifen zum jungen Mann ohne dass die Türe auch je wieder einmal ein Hauch von einem Thema hätte sein sollen.

Er kehrte oft zurück in jenes Haus, jetzt auch mit seiner Frau und dem niedlichen dreijährigen Jungen. Eigentlich fühlte er sich ganz wohl in diesem Haus, im Erdgeschoss und ersten Stockwerk jedenfalls. Es gab viele Erinnerungen an seine Kinder– und Jugendzeit. Vieles hatte sich auch gar nicht gross verändert in all diesen Jahren. Sogar einige Düfte waren ihm immer noch vertraut und mit vielen grösstenteils schönen Erinnerungen verbunden.

Aber dann kam der Tag, an dem er seinen Eltern versprochen hatte, die Katze für 3 Tage zu füttern, weil sie sich ein paar Tage Wellness für Leib und Seele gönnen wollten.

Es war später Nachmittag und ging wohl eher schon gegen Abend zu als er die Haustüre öffnete, nachdem er den Briefkasten geleert hatte. 

Auf sein Zurufen kam ihm der 15 jährige Kater nicht sofort entgegengerannt, wie das sonst üblich war. Nichts bewegte sich und kein Laut war zu hören, ausgenommen die leisen Geräusche von der Strasse.

Er wusste, dass der Kater bei Abwesenheit seiner Eltern nicht nach draussen durfte und konnte. Also blieb ihm nichts anderes übrig als zuerst die Zimmer im Erdgeschoss und dann diejenigen im ersten Stock zu erkunden. Der Kater kam nicht zum Vorschein und schien auch nicht gewillt zu sein, auf seine schnalzenden Geräusche und das leise bekannte Händeklatschen zu reagieren. Tim war wie vom Erdboden verschluckt. Aber es blieb ja noch der zweite Stock mit den zwei Zimmern, respektive den zwei Türen.

Die ihm bekannte erste Türe öffnete sich wie immer. Nicht abgeschlossen wie immer. Eine riesengrosse Unordnung wie immer - aber eben kein Kater weit und breit.

Seine Hand zitterte, als er den Türgriff der zweiten Türe in der Hand hielt. Zum ersten mal in seinem ganzen Leben. Sollte er wirklich öffnen. Der Kater konnte doch unmöglich dahinter versteckt sein, wie sollte er denn bloss die Tür geöffnet und wieder verschlossen haben.

Sie liess sich gut öffnen, leistete keinen Widerstand. Zudem war kein Geräusch und kein Knarren zu vernehmen.

Er sah einen Raum, der grösser war als der grösste Raum den er je gesehen hatte. Grösser als die Höhlen in Spanien und grösser als der Dom in Mailand. Dunkel war’s in diesem Raum. Dennoch wagte er einen ersten Schritt in Richtung dieses Unfassbaren. Plötzlich erhellte eine kleine Lampe ein Pult, welches zirka 20 bis 30 Meter von ihm weg war. Er ging diesen Weg und war getrieben von Neugier, gepaart von einer unbeschreiblichen Angst. Auf dem Pult fand er einen Zettel auf welchem stand: Willkommen im Land von „Gesichtsbuch 7.0“. Du kannst deinen weiteren Weg wählen:
-1- du bist der Typ Angsthase, willst Mitglied sein und behauptest, dass du das nur machst, weil deine Kids ja auch drin sind. Dabei bist du einfach nur ein Voyeur, einer der schauen will, was andere tun ohne auch nur das kleinste von sich selber preiszugeben
-2- du bist der Typ Pionier, bist Mitglied und teilst Dinge mit Menschen, die sie gar nicht interessieren und die sie gar nie wissen wollen. Weder jetzt noch in Zukunft. Nur die Organisation freut sich über deine Bereitschaft alles preiszugeben, was dein unbedeutendes Leben überhaupt preisgeben kann. Aber viel mal unbedeutend wird auch mal grösser und ist auf dem Weg, einen gewissen Sinn zu ergeben.
! WÄHLE JETZT !

Er konnte den Duft von frischem Filzstift noch riechen.
Ohne genau zu wissen was geschah und was die Konsequenzen seiner Entscheiung sein könnten wurde er getrieben vom Drang zu handeln. Er handete und wählte -1-. Ein zartes blaues Licht erleuchtete mit zunehmender Intensität den gesamten Raum. Ganz weit hinten auf einem Berg sah er einen Mann der zuckerte, mit breitem Grinsen in spitzbübischem Gesicht und einem 600 Dollar teuren T-Shirt, das so aussehen sollte, als hätte er es seit seiner Zeit als Stundent nicht mehr gewaschen.

Dann sah er die Katze, welche mit erhobenem Schwanz in der Linie der Pioniere ganz hinten in der Reihe stand und ihm zuzuzwinkern schien. Danach sah er nichts mehr, sondern er roch diesen Veilchen-Heu-Zitronen Duft der ihn an seinen letzten Urlaub erinnerte und wusste, dass ein langer Weg vor ihm lag und dass das erst der Anfang von etwas war. Von etwas, das durch ein Nichtöffnen dieser einen Türe hätte verhindert werden können. In seinem Innenohr vernahm er von Ferne eine ihm bekannte Melodie aus vergangenen Zeiten. Er fragte sich noch, ob er Katzen überhaupt mochte.

Melodie: https://www.youtube.com/watch?v=LanCLS_hIo4
Foto-Serie: WinDoors - Fenster - Türen - Tore    hier

siehe auch: https://m3wg.blogspot.com/2018/06/die-ture-von-zebramanguste.html



25. Mai 2016

C'est la vie - von Knurrbär

C'est la vie - von Knurrbär



Vier Personen sitzen in einem sich vorwärts bewegendem elektrifzierten hochmodernen Eisenbahnzug von Bern nach Lausanne mit einem Zwischenhalt in Fribourg. Er fährt pünktlich ab. Wie immer fährt er sehr pünktlich ab. Da alle vier Personen sich auf dieser Fahrt weder mit andern Zugsreisenden unterhalten noch auschliesslich vor noch sich hindösen, sind es eher stille Monologe die sich mehr oder weniger diszipliniert manifestieren. Mindestens bei diesen 4 Personen, die wir an dieser Stelle kurz kennenlernen werden.

Und warum es genau diese vier Personen sind, die für uns hier nur ganz kurz ein Stück in Erscheinung treten werden, weiss weder der Autor noch ein Kalkül, Schicksal oder ..... es rüttelt der Zug. Vielleicht eine Baustelle oder ..... es rumpelt halt immer mal, hier oder da. Rumpeln kann es immer wieder.



Rolf

Ich muss es ihr sagen. Wenn nicht ich ... wer dann ? Es ist nicht so, dass ich mich dafür zu schade oder zu wertvoll oder was auch immer fühlen würde. Nein. Es ist einfach so, dass ... Jetzt kommt der wieder, um die Tickets zu sehen welche jetzt SwissPass heissen. Freude hat keiner dran und niemand will wirklich auf Schritt und Tritt überwacht und ausgewertet werden. Reicht ja schon, wenn das der Staatdienst tun muss.

Es ist nicht so einfach, weil es nicht nur ein WAS oder WARUM gibt sondern auch das WIE. Wie viele Male bin ich diese Strecke denn nun schon gefahren? Jedesmal ein wenig gleich und trotzdem immer ein wenig anders. Die gegenüber, die nebendran und dann die unterschiedlichen Düfte und Gerüche. Oder die Stimmen. Es gibt solche, die kann ich nicht hören, denen kann ich nicht zuhören und dann wird das weghören wollen so schwierig. Wohin soll ich weghören?

Weghören ist vielleicht auch ein wenig unanständig. Will ich unanständig sein, etwas das ich eigentlich nie so richtig gelernt habe oder habe lernen dürfen? Soll auch eine Kunst sein, die viele im Altern immer besser beherrschen lernen. Wann kommt der mit dem Kaffeewägeli endlich. Schon bald Fribourg und ich muss raus und immer noch kein Kaffee.  Und es ihr gesagt hat auch diesmal wieder keiner.

Es rüttelt der Zug.



Edith

Früher sass ich lieber in Fahrtrichtung und hab mich gern mit andern Menschen unterhalten. Heute sitze ich lieber so da, dass sich alles von mir und meinem gegenwärtigen Standort entfernt. Mal schneller und mal gemütlicher. Es gibt Dinge, die will ich nicht mehr, jedenfalls nicht unter einer gewissen Geschwindigkeit. Mal so lustvoll leise vor sich zu denken und manchmal ein bisschen gemütlich vor mich hin dösen. Nicht die Geschwindigkeit der Gedanken ist es, was mich bewegt, sondern wie sie sich - ungeteilt mit andern Personen – entwickeln und verändern und andere Formen und Dimensionen annehmen. Nein - Angst habe ich nicht davor. Aber muss auch lernen, damit umzugehen und meine Gednken und ich sollten gute Freunde werden.

Was wünsche ich mir für die Welt, die ich früher oder später verlassen werde? Was wünsche ich mir für die, die hoffentlich länger da bleiben werden als ich das noch tun kann. Für all diejenigen, die ich so gerne mag und die mir auch hier und jetzt so wichtig sind.

Was und wie viel müssen wir teilen und mit wem ? Wie lange können wir das noch tun bis ein anderer mit uns teilen sollte, weil dann auch bei uns vieles fehlt oder weg ist. Das geht so schnell, so unheimlich schnell. Die die nehmen wollen sind und werden so viel mehr als die, die geben könn(t)en und soll(t)en.

Wie viel Rente muss ich mir nehmen lassen, um Schmerz und Leid für etwas zu empfinden, für das ich gar nichts kann. Diese "Auch-DU-bist-an-allem-Schuld-daran-Kultur" kann ich kaum mehr ertragen. Ich wurde hier geboren, habe mich stets bemüht gut, aufrichtig und redlich zu sein. Habe mir wenig zu Schulden kommen lassen und jetzt ? Soll Schuld an all dem tragen....

Es rüttelt der Zug.



Piter

Ich hasse sie. Wirklich. Ich hasse sie. Sie sagen mir, dass ICH das mir wünsche und dass ICH es sei, der das möchte. Nein, nein, nein. Und ich meine nicht die Bachelor-Tussen und Tussboys. Die kann ich bei ein paar hundert Sendern ja locker ignorieren und rausfiltern und muss dann nur noch ab und zu bei 20Min am Morgen früh das eine oder andere Bildli mit Grosstext verziert anschauen. Gut draufgeschaut ist oft auch schnell weggeschaut. Hinguckerchen, die so rasch vergessen wie gesehen sind. Was sind Sekunden in einem gesunden Leben schon ? Ich hasse sie. Sie kommen immer mehr und sind schon fast überall. Also überall dort, wo ich sie mir nicht wünsche. Es gibt doch Leute, die auch ohne "Grundeinkommen-Initiative" arbeiten und etwas verdienen möchten, weil ihnen Arbeit auch etwas zurück gibt. Respekt, Dankbarkeit, Anerkennung, Wertigkeitsgefühl.

Und jetzt kommen sie, die Nespressos, Coops und Migros oder SBB und SWISS und CO. und wollen und mit einem Teil von „geeigneten“ Massnahmen KonsumentInnen dazu zwingen, SELFSCANNING zu machen. Was für ein erniedrigendes Wort. Was für eine erniedrigende Geste: ICH übernehme EURE Arbeit, erhalte NICHTS dafür und werde überwacht wie ein verdächtiger Hund (damit mir und den andern Sefscanners kein "Fehler" passiert"). Ich werde euch schon bald auch die Gestelle einräumen dürfen ... aber dann alle Achtung, kreative Menschen finden auch kreative Lösu....

Es rüttelt im Zug.

Nachtrag: Ich mag es und unterstütze es, wenn Menschen auch solche WERTVOLLE Arbeit leisten dürfen und nach wie vor leisten werden könnnen. Ich hoffe, dass viele viele viele Menschen Selfscanning langfristig und nachhaltig ablehnen werden !




Paula:

Die Wiesen werden grüner. Ich liebe es, aus dem Fenster zu schauen. Die Wiesen werden grüner. Und wie viele Kühe es hat. Hoffe, dass es glückliche Kühe sind. VeganerInnen lieben glückliche Kühe. Cowboys offenbar nicht. Warum weine ich nicht ? Oder noch nicht ? Mein Cowboy hat sich entschieden: Alles andere ist Beilage. War wohl eine angenehme Beilage. Aber ich suche mir eine schönere Rolle und die Tränen und der Schmerz werden wohl noch kommen. Wo ist es so, dass Cowboys nicht weinen durften oder waren das die Indianer. Der Wägeli-Mann ruft: Sandwich ... Käse ... Salami

Es rüttelt der Zug.



Der Lokomotivführer stellt fest, dass er die sich in Sanierung befindliche Weiche offenbar mit 83.53 Stundenkilometer passiert haben dürfte und nicht wie vorgeschrieben mit 78.4. Sorry Chef, schief gelaufen ... aber: C'est la vie !



Die passende Musik dazu:




Weitere Infos zu den Geschichten /Index - Geschichtenverzeichnis - zu den AutorInnen:http://m3wg.blogspot.ch/2012/12/idee-konzept.html

 

8. Oktober 2015

Die Reise - von Knurrbär



Die Reise - von Knurrbär

Mach doch mal eine Reise hatte Jean-Pierre zu ihm gesagt. Zum Abschied nach einem Nachtessen und ein paar Bier. Kurz bevor sich die Türe des Autobusses schloss und er sich einen freien Sitzplatz suchte.
Es musste schon sehr lange her sein, die letzte Reise, an die er sich er sich erinnern konnte. Damals noch mit Eveline und den drei Kindern. Die Reise nach Ungarn und Österreich.
Und jetzt ? Frau ganz weg. Kinder auch weg, wenn auch nicht ganz. Aber immer mehr und immer öfter. Kein Hund mehr, keine Katze mehr. Kleine Zweizimmerwohnung im siebten Stock, Fernseher, 3 Pfannen und Geschirr für 4 Personen, ein eBike und noch 8 Jahre bis zur Pensionierung.
Eine Reise. Mach doch eine Reise.  Diese Worte. Die Gedanken drehten und liessen nicht los. Sie liessen sich nicht so einfach verscheuchen.
Hochzeitsreise, Schulreise, Traumreise,  Gedankenreise, Ferienreise, Kreuzfahrtreise, Kreuzzugreise, Pilgerreise, Kulturreise, Ballermannreise, Alternative Reise, Luxusreise, All-inclusice-Reise, Geschäftsreise, Jungfernreise – zumindest bei Schiffen, Gullivers Reise oder die endlose Reise und dann halt auch irgendeinmal für jede und jeden -  die letzte Reise. Reisen mit einem Anfang und einem geplanten Ende und Reisen mit nur einem geplanten Anfang und offenen Ausgang. Und dann die Reisen mit dem letzten ultimativen Ende, Verfall- oder Ablaufdatum. Punkt. Fertig.
Hab ich überhaupt noch einen Koffer? Und der Pass, ist der überhaupt noch gültig? Wer reisen will braucht Koffer und Ausweispapiere. Bargeld oder besser auch noch eine Kreditkarte. Ein Fotoapparat wäre auch ganz gut. Danach alles nochmal ganz gemütlich anschauen, sortieren oder löschen. Es ist gut, gewisse Dinge zu löschen. Auch Erinnerungen und auch Fotos. Einfach weg. Klick und dann bei „Sind sie sicher ?“ einfach ja.
Soll es wieder Ungarn und Österreich sein ? Hat sich sicher vieles massiv verändert dort. Alles nochmals aufwärmen, was damals war und was immer noch tief in der Seele drin nagt. Oder was ganz anderes, neues. Sonne, Meer, Strand, Dünen in einem Hotel mit Balkon und Sicht zum Wasser und nochmals Sonne. Eine Reise mit Flugzeug und langen schönen Wanderungen am Meer entlang.
Oder eine Reise zu den Indianern nach Amerika. Unterwegs auf endlosen staubigen Strassen vorbei an Kaktussen und kantigen einprägsamen Felskulissen, welche wir alle aus den wunderschönen Western kennen. Bis am Horizont Las Vegas auftaucht und dich wohlig in farbige Neon- und Lügenwelten einhüllt.
Die Bustüre öffnet sich. Ein kühler Wind empfängt und regt zu raschem Schritt an.
Es tut gut, die weiche Matratze zu spüren. Es tut gut, dem eigenen tiefen Atem zuzuhören. Das hilft. Das hat schon oft geholfen. Mein Schnarchen stört keinen und an das leise Ticken des Zeigers im Wecker hab ich mich gewöhnt. Wir haben eine ganz gute Beziehung, mein Wecker und ich. Jedenfalls bis am Morgen früh.
Der Morgen war wie jeder Morgen. Wecker, Kaffee, Müesli, Douche, die Siebmienuhrnachrichten und zu viele verschiedene Parfumwolken im Bus. Und dennoch war dieser Morgen ein anderer als die üblichen. Er nahm sich ein paar Minuten mehr Zeit, mehr Zeit als sonst.
Es gibt Personen, die reisen hierher - zu uns. Und es gibt Menschen, die reisen weg von hier. Ungleich viele in die eine wie in die andere Richtung. Wenigstens ungleich lang in der geplanten oder ungeplanten Dauer.  Andere Motivation, andere geplante oder ungeplante Zeitdauer eben halt. Reisende sind nicht immer nur “Gutmenschen”. Weder die einen noch die andern. Reisende sind immer auch ein bisschen bei sich selbst in einer andern Welt. Die einen wie die andern. Ich will ich sein, ich will bei mir sein ! Ich will merken, ob ich da, wo andere hin wollen noch immer hingehöre und da wo andere wegwollen noch immer nicht hingehöre. Ich will herausfinden, was meine Nachbarn oder Nachbarn der Nachbarn denken und fühlen. Ich will spüren, was meine Freunde oder Freunde der Freunde denken und fühlen. Ich will merken, ob mein lieber Gott der liebe Gott ist, den ich wirklich mag oder nicht und ob ich das wirklich auch merke und in Konsequenz tue. Und ich will herausfinden, was das mit mir zu tun hat und wie ich mich dabei fühle. Und erst dann will ich mich entscheiden, ob ich reisen will und wohin ich reisen will oder was mir an Reisenden in unserem Land gefällt oder halt auch einfach missfällt oder manchmal oder oft nervt oder mich verunsichert, dahingehend, dass ich meine, unser Land ist unser Land und das Land anderer ist ihr Land und dass wir das einfach nie vergessen sollten, weil wir sonst uns selber und unsere Wurzeln und unsere Heimat vergessen. Mögen sie alle von Globalisierung oder Sozialisierung träumen und erzählen. Sie haben am Ende doch nur eines im Sinn: dass wir alle dieselben Güter einkaufen und dieselben Glücksgefühle dabei entwickeln und dabei meinen, wir seien Individuen. Oder vielleicht wollen sie gar, dass wir uns uns eben nicht verstehen und mögen. Dann gibt es daraus in der Konsequenz andere Güter, welches ich in der Folge produzieren und verwenden lassen und von deren Folgen wir dann in den Nachrichten empört oder einvernehmend Kenntnis nehmen können. Und da blieb die Frage im Raum stecken: müssen mich denn alle mögen, zu denen ich reise und muss ich alle mögen, die zu mir reisen ?

An dieser Stelle legt der Autor den Stift zur Seite. Die Geschichte scheint ihm zu entgleiten. Die Hauptfigur entwickelt eine kaum mehr zu kontrollierende Eigendynamik.

https://www.youtube.com/watch?v=CPpUc1roxfY  Rammstein Clip Reise Reise twin towers

Es gibt jetzt nur noch eines … Hier kommt die Sonne, eine Reise und die Sonne
https://www.youtube.com/watch?v=hvV5SYMRhlg   Rammstein – Sonne

 

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